Bad Homburg, 1. März 2011

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND
AKTIONÄRE, LIEBE GESCHÄFTSPARTNER
UND FREUNDE UNSERES UNTERNEHMENS

Zum Ende des Jahres 2010 kann Fresenius Medical Care nicht nur auf ein gelungenes Geschäftsjahr, sondern gleich auf mehrere zurückblicken:

Von 2005 bis 2010 haben wir unser unternehmerisches Handeln an der Wachstumsstrategie GOAL 10 ausgerichtet – und uns dabei sogar noch besser entwickelt, als wir es anfangs für möglich gehalten hatten. Auf diese Leistung und den Wert, den wir damit in den vergangenen Jahren für unsere Patienten, Kunden, Anteilseigner und für das Unternehmen selbst geschaffen haben, können wir sehr stolz sein.

GOAL steht für „Growth Opportunities to Assure Leadership“ – Wachstumschancen, um unsere Marktführerschaft zu sichern. Diese Chancen haben wir auch im Jahr 2010 erfolgreich genutzt: Wir haben in attraktiven Wachstumsmärkten, insbesondere in Asien und Osteuropa, Dialysezentren errichtet und erworben und so unser internationales Kliniknetz erweitert. Wir haben mit neuen und verbesserten Produkten und Verfahren unser ganzheitliches Behandlungskonzept ausgebaut. Und es ist uns gelungen, die horizontale Erweiterung unseres Portfolios voranzutreiben: Mit der in der Schweiz beheimateten Galenica-Gruppe haben wir ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das nach Zustimmung der Kartellbehörden innovative Medikamente für Nierenpatienten entwickeln und vertreiben wird. Auch unsere Position im Geschäft der Heimtherapien – dem einzigen Bereich in der Dialyse, bei dem Fresenius Medical Care nicht Marktführer ist – konnten wir stärken; beigetragen hat dazu unter anderem die Akquisition des Peritonealdialyse-Geschäfts des schwedischen Medizintechnik-Unternehmens Gambro.

Alle Ziele, die wir uns für 2010 gesetzt hatten, haben wir erreicht – und dabei neue Rekorde eingefahren. Dank eines organischen Wachstums von 6% konnten wir den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf 12,05 Milliarden US $ – einen neuen Höchstwert – steigern. Damit haben wir auch unser GOAL-10-Umsatzziel erreicht, das wir in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben hatten: 2006 waren wir noch von 11,5 Milliarden ausgegangen. Gleichzeitig ist es uns gelungen, das Konzernergebnis überproportional zum Umsatzwachstum zu steigern und hier im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 10% auf 979 Millionen US $ zu erzielen. Seit 2005 ist unser Konzernergebnis um durchschnittlich rund 17% pro Jahr gestiegen – das GOAL-10-Ziel hatte „mehr als 10%“ gelautet. Den Netto-Cashflow konnten wir im Vergleich zu 2009 um rund 11% auf 861 Millionen US $ erhöhen und unsere Netto-Finanzverbindlichkeiten im Verhältnis zum EBITDA auf unter 2,4 zurückführen. Wir freuen uns, Ihnen über eine so positive Entwicklung aller wichtigen Kennzahlen berichten zu können.

Die Zahl der Patienten, die wir versorgen, ist im Vergleich zum Vorjahr um ein Zehntel und seit 2005 sogar um fast zwei Drittel gestiegen: Mehr als 214.000 Patienten hat Fresenius Medical Care im vergangenen Jahr in über 2.750 eigenen Kliniken weltweit betreut. Die Teams in unseren Dialysezentren haben 2010 mehr als 31 Millionen Behandlungen durchgeführt. Weltweit haben wir mit unserem Produktgeschäft die Hälfte des Bedarfs an neuen Dialysegeräten gedeckt.

Auf Basis dieser Ergebnisse sind wir auch im vergangenen Jahr stärker gewachsen als der Dialysemarkt insgesamt. Wir konnten unsere Position als Marktführer festigen und unseren weltweiten Marktanteil ausbauen. Erneut haben wir dabei auch von den günstigen Rahmen­bedingungen einer relativ konjunkturstabilen Branche profitiert; operative Heraus­forderungen bedingt durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, wie gestiegene Kosten für Energie und Rohstoffe, konnten wir dank unserer langfristigen Unternehmensstrategie und starker Geschäftspartnerschaften weitgehend ausgleichen.

Solche Leistungen werden erst möglich durch den großen Einsatz, das außergewöhnliche Verantwortungsbewusstsein und die ehrliche Begeisterung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für dieses Engagement möchte ich mich von Herzen bedanken. Mein herzlicher Dank gilt auch meinen Vorstandskollegen und den Mitgliedern des Aufsichtsrats für unsere konstruktive Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen.

Damit auch Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, an diesem Erfolg teilhaben können, werden wir der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um rund 7% auf 0,65 € je Stammaktie vorschlagen. Es wäre die vierzehnte Dividendenerhöhung in Folge – in jedem Jahr unserer Unternehmensgeschichte hätten unsere Anteilseigner somit stärker von der positiven Unternehmensentwicklung profitiert. Mit diesem Vorschlag wollen wir der operativen Ertragskraft Ihres Unternehmens und dessen Aussichten für die Zukunft Rechnung tragen.

Wie wird diese Zukunft aussehen? Mit der Wachstumsstrategie GOAL 13, die wir im September 2010 beschlossen haben, knüpfen wir an GOAL 10 an und gehen konsequent die vier strategischen Wege weiter, die wir damals festgelegt hatten. Das organische Wachstum bei unseren Produkten und Dienstleistungen, die Akquisition weiterer Dialysekliniken in attraktiven Märkten, die horizontale Erweiterung unseres Portfolios und der Ausbau unserer Position bei den Heimtherapien werden also wesentliche Ziele bleiben, mit denen wir unsere führende Marktposition festigen möchten. Im laufenden Geschäftsjahr 2011 wollen wir auf der Grundlage dieser Strategie einen Umsatz zwischen 12,8 und 13,0 Milliarden US $ erzielen; dies würde einem Wachstum von 6 bis 8% entsprechen. Das Konzernergebnis soll 2011 zwischen 1,035 und 1,055 Milliarden US $ liegen.

Unsere wichtigste strategische Leitlinie bleibt dabei: Wir wollen die Lebensqualität von Menschen mit chronischem Nierenversagen kontinuierlich verbessern. Wir wissen, dass wir damit auch vor einigen Herausforderungen stehen: Weltweit gibt es immer mehr Dialysepatienten; zugleich werden die öffentlichen Mittel für deren Versorgung immer knapper – eine Lage, die sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise weiter verschärft hat. Genauso aber wissen wir, dass wir in einer ausgezeichneten Position sind, diese Herausforderungen gemeinsam mit unseren Partnern im Gesundheitswesen zu meistern. Als vertikal integriertes Dialyseunternehmen bieten wir hochwertige Dialyseprodukte und -dienstleistungen aus einer Hand an. Dadurch können wir Patienten ganzheitlich versorgen und so nicht nur zu einer höheren Behandlungsqualität, sondern auch zu geringeren Behandlungskosten beitragen. Weltweit wächst der Bedarf an solchen integrierten Versorgungskonzepten für Dialysepatienten; die Vergütung ist dabei immer häufiger an die Erfüllung bestimmter Qualitätsziele geknüpft.

Was gerade Fresenius Medical Care für solche Konzepte zum bevorzugten Partner macht, sehen Sie bereits auf dem Titel dieses Geschäftsberichts: Es ist die „Erfahrung“ – unsere einzigartige Erfahrung als Entwickler und Hersteller marktführender Dialyseprodukte, als Betreiber des größten Netzes von Dialysekliniken weltweit und als Unternehmen, das nicht nur kontinuierlich an der Verbesserung der Qualität und Effizienz seiner Leistungen arbeitet, sondern diese Leistung anhand eines ausgefeilten klinischen Qualitätsdatenmanagements auch belegen kann. Dieser Erfahrung haben wir es letztlich auch zu verdanken, dass wir auf das neue Komplett­vergütungs­system für die Dialyse, das Anfang 2011 in den USA eingeführt wurde, sehr gut vorbereitet sind.

Wir blicken deshalb mit großer Zuversicht nach vorn und werden erneut alle Kompetenzen und Kapazitäten im Unternehmen dafür einsetzen, dass Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, diese Zuversicht auch weiterhin mit uns teilen. Für die Unterstützung und das Vertrauen, dass Sie Ihrem Unternehmen in den vergangenen Jahren entgegengebracht haben, bedanke ich mich an dieser Stelle ganz herzlich. Ich freue mich auf ein weiteres spannendes Jahr als Teil dieses einzigartigen Unternehmens.

Mit den besten Grüßen

DR. BEN J. LIPPS Vorstandsvorsitzender

Link für Popup