Kontinuität

Die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen ist eine medizinische Erfolgsgeschichte, die Fresenius Medical Care in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich mitgeschrieben hat: durch neue und bessere Behandlungsmethoden, innovative Technologien und den weltweiten Aufbau von Dialysezentren. Doch es warten immer wieder neue Herausforderungen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Therapien, der technischen Möglichkeiten und der Infrastruktur ist weiterhin eine große Aufgabe.

Zwei langjährige Mitarbeiter und ein Wissenschaftler von Fresenius Medical Care, ein Pfleger und eine Dialysepatientin berichten von ihren persönlichen Erfahrungen und geben Auskunft über die aus ihrer Sicht größten Fortschritte der Vergangenheit und die wichtigsten Ziele für die Zukunft.

Kontinuität

Woran denken Sie als Erstes,
wenn Sie den Begriff „Dialyse“ hören?

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

„Dialyse“ impliziert für mich eine der erfolgreichsten lebenserhaltenden Therapien in der Medizin. Heute verdanken mehr als 2,2 Millionen Patienten ihr Überleben den etablierten Behandlungsmodalitäten der Dialyse.

Martina Heumann

Dialysepatientin

Was mir als Erstes in den Sinn kommt, ist die Abhängigkeit von einer Maschine. Und dann natürlich die Einschränkungen der Lebensweise. Das ist eine große Umstellung im Leben, bei der man auch privat Rückhalt finden muss. Vor allem der Partner muss hinter einem stehen.

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Wir haben uns bei Fresenius Medical Care immer bemüht, den Patienten in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Ich denke deshalb an die vielen Dialysepatienten, deren Zahl stetig wächst und die ständig medizinisch betreut werden müssen, um zu überleben. Ich denke aber auch an die 19 Jahre, die ich schon im Unternehmen tätig bin. Wir haben in dieser Zeit viele Projekte gestartet, um die Versorgung von Dialysepatienten zu verbessern.

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

Wir können in der Dialyse nicht heilen, sondern nur das Leben erhalten. Das ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Bereichen in der Medizin. Wenn die Patienten einmal ihre Nierenfunktion verloren haben, dann lässt sie sich nicht wieder herstellen. Ohne Dialyse sterben die Patienten innerhalb von wenigen Tagen. Für Patienten ist das eine ziemlich große psychische Belastung. Sie betrachten die Zeit an der Dialysemaschine in der Regel als verlorene Zeit. Je stärker die Belastung durch die Dialyse ist, desto wichtiger ist ihnen die Zeit zwischen den Therapieeinheiten. Die Qualität des Lebens rückt in den Fokus. Wir fragen uns: Was können wir als Fresenius Medical Care dazu beitragen?

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Dialyse ist eine effektive Behandlung, um das Leben unserer Patienten zu verlängern. Bei jüngeren Patienten kann sie die Zeit bis zu einer Transplantation überbrücken, bei älteren bedeutet die Dialyse normalerweise eine Behandlung bis ans Lebensende.

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Martina Heumann

Dialysepatientin

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

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Wenn Sie auf Ihre persönlichen Erfahrungen
mit der Dialyse zurückblicken, was hat sich am
deutlichsten verändert?

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

Die allerwichtigste Veränderung ist für mich, dass internationale Qualitätsstandards eingeführt worden sind. Das hat dazu geführt, dass die Qualität der Dialyse weltweit auf breiter Basis gestiegen ist. Außerdem sind innovative Therapieverfahren wie zum Beispiel die Hämodiafiltration (HDF) eingeführt worden, die erheblich dazu beigetragen haben, dass die Dialyse für Patienten nicht mehr so belastend ist.

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Vor 22 Jahren habe ich angefangen, im Dialysebereich zu arbeiten. Ich erlebe nun die vierte Generation von Dialysegeräten. Im Laufe der Zeit gab es riesige Fortschritte in der Entwicklung. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich verbessert: zum Beispiel die automatische Blutdruckmessung und die Blutvolumenmessung. Die neuesten Dialysemaschinen erkennen inzwischen von sich aus Gefahren und warnen den Anwender, was früher kaum der Fall war. Das ist eine große Verbesserung der Sicherheit und Effektivität der Dialysebehandlung zum Wohl der Patienten, die individueller behandelt werden können.

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

Die Dialyse hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und ist mittlerweile zum Standard in der Nierenersatztherapie geworden. Zurückblickend auf meine Tätigkeit in den 60er Jahren wurde die Dialyse noch weitgehend experimentell eingesetzt. Die Behandlung hat jedoch Fortschritte gemacht und ist jetzt Routine in der klinischen Praxis. Dank entscheidender technologischer Fortschritte ist die Dialyse heute nicht nur effizienter, sondern auch erheblich zuverlässiger und wesentlich besser verträglich. Und was besonders wichtig ist: auch die Lebenserwartung der Patienten ist stark gestiegen. Ein wichtiger Durchbruch war vor ungefähr 20 Jahren, als wir mit Hilfe von Medikamenten die Blutarmut behandeln konnten, unter der viele Dialysepatienten leiden.

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Das Wichtigste ist, dass die Therapiequalität viel besser geworden ist. In der Hämodialyse sind heute beispielsweise sogenannte offenporige High-Flux-Membranen der Standard, die eher die Filtrationseigenschaften einer Niere haben. Es werden biokompatiblere Membranen eingesetzt, vor allem solche aus Polysulfon, deren Einsatz Fresenius Medical Care maßgeblich vorangetrieben hat. Durch die großen technischen Fortschritte in den letzten beiden Jahrzehnten steht mit der Bauchfelldialyse heute ein alternatives, effektives und sicheres Nierenersatzverfahren zur Verfügung, dass die Therapiemöglichkeiten in der Dialyse erweitert hat. Auch unser Unternehmen hat sich ständig weiterentwickelt. So gab und gibt es immer wieder neue Herausforderungen, die es spannend und interessant machen, hier zu arbeiten. Das hat sicher zur geringen Fluktuation in der Belegschaft beigetragen. So kenne ich viele Kolleginnen und Kollegen bereits, seitdem ich vor 19 Jahren hier angefangen habe zu arbeiten.

Martina Heumann

Dialysepatientin

Mit der Dialyse habe ich 1983 angefangen. Da wurden wir angeleitet, die Maschine mit auf- und abzubauen. Und wir mussten hinterher alles abwaschen und das Bett wegräumen. Es war sehr streng und unpersönlich. Es gab keinerlei Unterhaltung. Wir durften nicht in Straßenkleidung in das Behandlungszimmer, mussten uns also vorher immer erst umziehen. Ich habe mich damals sehr gequält, hatte große Kreislaufprobleme. Wenn ich von der Behandlung nach Hause kam, habe ich die Treppe in den ersten Stock nicht geschafft, ohne eine Pause einzulegen. Das ist heute anders. Ich fühle mich nicht mehr so belastet, bin leistungsfähiger und spüre weniger Nebenwirkungen. Heute ist auch alles sehr viel freundlicher, ich kann mit den Ärzten reden, das ist mir schon sehr wichtig.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten,
wo würden Sie sich einen konkreten Fortschritt
in der Behandlung von Nierenerkrankungen wünschen?

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Die eigentliche Dialysetechnik ist heute sehr ausgereift. Wenn ich Patient wäre, würde ich mir einen einfachen, sicheren und schmerzfreien Gefäßzugang wünschen. Das ist immer noch nicht gelöst. Meistens muss der Gefäßzugang mit dicken Dialysenadeln hergestellt werden, die einen Blutfluss von bis zu 400 ml pro Minute ermöglichen. Dies ist für Patienten extrem unangenehm. Und es belastet sie auch psychisch, denn Probleme mit dem Zugang können lebensbedrohlich sein.

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

Jede Stunde mehr, die der Patient für sich haben könnte, würde ich begrüßen. Die eigentliche Dialysezeit ist nicht mehr zu verkürzen, aber die Zeit vor und nach der Dialyse. Dafür müssen wir die Behandlung näher an den Patienten bringen. Das ganze Instrumentarium der Nierenersatztherapie ist für das Krankenhausumfeld entworfen worden. Die Technik ist dafür ausgelegt, dass Fachpersonal sie bedient. Dialysegeräte mit vereinfachter Bedienfunktion gibt es zwar bereits, aber das ganze System muss noch leichter von den Patienten selbst gehandhabt werden können. Das ist eine technische Herausforderung, hier muss das Fachwissen des Personals in die Entwicklung der Maschine einfließen, auch bezogen auf Notfallsituationen.

Martina Heumann

Dialysepatientin

Mit den Jahren lernt man, bescheiden zu sein. Dialyse bedeutet ja zu leben. Damit kann ich alt werden, wenn ich mich an die Regeln halte. Das ist ein Unterschied zu anderen schweren Krankheiten. Aber manchmal wünsche ich mir schon ein wenig mehr Lebensqualität. Ich würde zum Beispiel gerne mal wieder ins Schwimmbad gehen. Und natürlich wünsche ich mir auch, dass die Forschung weiter an Verbesserungen für Patienten arbeitet.

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

Schon zu Beginn meiner Arbeit auf dem Gebiet der Behandlung von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist mir klar geworden, dass für den Patienten die Lebensqualität und nicht nur das Überleben von besonders großer Bedeutung ist. Als Arzt träume ich davon, das Schicksal von Nierenpatienten, die an einer solchen lebenslangen Krankheit leiden, zu ändern. Darum würde ich mir folgendes wünschen: erstens, dass wir Anzeichen für Nierenerkrankungen früher erkennen; zweitens, dass wir neue Therapieansätze entwickeln, um urämische Toxizität zu bekämpfen; und drittens Nierentransplantationen, die keine Abwehrreaktionen des Körpers hervorrufen sowie Fortschritte bei der Suche nach Heilungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch regenerative Medizin.

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Was bei Dialysepatienten eine wichtige Rolle spielt, ist der Gefäßzugang. Wir haben zunehmend ältere Patienten, die schlechte Gefäße haben. Hier würde ich mir einen Fortschritt wünschen. Alles andere hat sich bereits kontinuierlich verbessert.

Die Dialysebehandlung gilt als technisch ausgereift und zuverlässig. Gibt es trotzdem noch Bereiche, in denen Sie weitere Fortschritte erwarten?

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

Wir sind bei der Forschung und Entwicklung erst am Anfang. Unser Vorbild ist die Niere. Bis jetzt haben wir nur Einzelkomponenten erfunden und versucht, die Nebenwirkungen dieser Komponenten zu minimieren. Aber ein wirkliches künstliches Organ funktioniert nur, wenn es eine Verbindung zwischen diesen Elementen gibt. Der nächste große Schritt wäre, diesen Kreislauf zu schließen, damit er ohne äußeres Zutun funktioniert, so wie bei der Niere. Das ist noch ein weiter Weg, aber wir sind auf allen Teilgebieten aktiv und lernen, dieses Wissen zu bündeln. Das ist die Zukunft: Wie kann man alle Informationen so verknüpfen, dass schließlich ein künstliches Organ entsteht? Auf diesem Weg ist die Informationstechnologie ein besonders wichtiger Faktor, vor allem beim Auswerten individueller Patientendaten und Verknüpfen mit den Referenzdaten, die in der Wissenschaft dokumentiert sind.

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

Dialysetherapien können gegenwärtig nicht vollständig an die natürliche Nierenfunktion heranreichen. In Zukunft werden neue Technologien wie die Implementierung von Anwendungen mit integrierten Überwachungs- und Feedbacksystemen vor allem die Behandlung von kränkeren und schwächeren Patienten ermöglichen. Gleichzeitig muss es Fortschritte auf dem Gebiet der Medikamente und begleitenden Therapien geben.

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Unsere immer älteren und sehr kranken Patienten sind für uns als Pflegepersonal eine große Herausforderung. Oftmals leiden sie zusätzlich unter vielen Sekundärerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes und allen damit verbundenen Komplikationen. Dies ist bei der Ausstattung eines Dialysezentrums zu berücksichtigen. In unserem neuen Zentrum in Bürstadt wurden die Anforderungen sehr gut umgesetzt. Die Patienten nehmen das wahr und fühlen sich sehr wohl.

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Modernste, hocheffiziente und patientenschonende Technik wird heute noch zu selten angewendet. Zum Beispiel die Hämodiafiltration. Weltweit werden längst nicht alle geeigneten Patienten mit dieser sehr wirkungsvollen Therapie behandelt. Es steckt noch in vielen Köpfen, dass die dafür notwendige Technik teuer und umständlich sei. Das stimmt schon lange nicht mehr. Das müssen wir noch deutlicher vermitteln.

Wo sehen Sie in den kommenden Jahren die grösste Herausforderung bei der Behandlung von Nierenerkrankungen?

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

Eine der größten Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft ist es, die steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen insgesamt bezahlbar zu halten. Nierenerkrankungen könnten durch ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung frühzeitiger erkannt und somit der Einsatz von Nierenersatzverfahren verzögert werden. Gleichzeitig müsste die Nierenersatztherapie so gestaltet werden, dass überall auf der Welt jeder bedürftige Patient Zugang zu einer geeigneten Nierenersatztherapie erhält.

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

Die größten Herausforderungen sind gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Art. Gesellschaftlich, weil die Zahl der Nierenerkrankungen in einer alternden Gesellschaft kontinuierlich steigt. Nierenversagen ist in der Tat eine weit verbreitete und exponentiell zunehmende Erkrankung, die eine Belastung des Gesundheitssystems darstellt – und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Es müssen verschiedene Ansätze entwickelt werden, die trotzdem den Zugang zur Dialysebehandlung gewährleisten. Diese sollen sowohl Dienstleistungen und Pflege integrieren als auch effektivere Möglichkeiten zur Selbstbehandlung umfassen.

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

Die größte Herausforderung sind die Patienten, die noch nicht dialysiert werden. In den verschiedenen Ländern der Welt werden längst nicht alle Patienten mit terminalem Nierenversagen auch behandelt. Es sterben viele Menschen, weil es bei ihnen nicht die passende Versorgung gibt. Die beste Qualität nützt nichts, wenn sie den Patienten nicht erreicht. Das Ziel muss eine weltweite Vollversorgung sein. Mit unserer Innovationskraft müssen wir das ökonomisch und organisatorisch anbieten können.

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Wenn wir viele ältere und sehr kranke Menschen betreuen, müssen eine altersgerechte Ausstattung und Pflege gewährleistet sein. Heute gibt es für die Mitarbeiter einen Schulungsbedarf, der vor zehn Jahren noch kein Thema war, weil es nicht so viele sehr alte, zum Teil auch demente Patienten gab. Ein weiterer Punkt: Immer mehr Patienten kommen mit multiresistenten Keimen aus den Kliniken zur Behandlung und müssen isoliert werden. Das muss bei der Planung von neuen Zentren berücksichtigt werden, vor allem in Form spezieller Räumlichkeiten hierfür. Eine weitere Herausforderung ist der Ressourcenschutz: Müllvermeidung ist ein Thema bei der Dialyse. Die neueste Gerätegeneration verbraucht bereits weniger Strom und Wasser. Das sind Einsparungen, die keine Qualitätseinbußen bei der Behandlung mit sich bringen und dazu beitragen, die Kosten zu senken.

Martina Heumann

Dialysepatientin

Wichtig finde ich die Früherkennung bei Diabetes und die vorsorgliche Kontrolle der Nierenwerte. Die Menschen sollten sich auf eine gesündere Lebensweise besinnen, denn Nierenversagen ist ja oft auch eine Wohlstandskrankheit.

Wo sehen Sie die Dialyse in zehn Jahren? Und welche Rolle wird Fresenius Medical Care dabei spielen?

Gunther Klotz

Geschäftsführer Zentraleuropa,
Fresenius Medical Care

In der Dialyse gilt, wie in vielen Bereichen der Medizin, dass durch eine hohe Behandlungsqualität unnötige Kosten vermieden werden können. Eine hohe Dialysequalität vermeidet Komplikationen während und nach der Dialyse und führt zu weniger Begleiterkrankungen. Dialyseanbieter sollten nicht allein für die Durchführung der Dialyse sondern auch für das Ergebnis der Dialyse bezahlt werden. Das lässt sich am besten mit einer pauschalen Vergütung umsetzen, von der die Dialyseanbieter alle dialyseassoziierten Kosten bezahlen müssen. Wir müssen stärker daran arbeiten, dies den Krankenkassen zu vermitteln.

Jürgen F. Martin

Pflegeleiter, Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Bensheim & Bürstadt

Ich hoffe, die Dialyse wird noch individueller, weil die Geräte noch mehr Informationen vom Patienten sammeln und auswerten können. Darin besteht die große Chance, die beste Behandlungsmethode und richtigen Einstellungen für jeden einzelnen herauszufinden und in Vorschläge zur individuellen Behandlung umzusetzen.

Wolfgang Wehmeyer

Bereichsleiter Internationales Marketing & Medizin,
Fresenius Medical Care

In Zukunft wird die Dialyse verstärkt zum Patienten kommen und nicht mehr der Patient zur Dialyse. Das heißt nicht, dass die Therapie wirklich ins Wohnzimmer einziehen muss, aber sie wird dezentraler stattfinden, zum Beispiel dort, wo alte Menschen leben.

Prof. Bernard Canaud

Nierenfacharzt, Vorsitzender des EMEALA Medical Board,
Fresenius Medical Care

In den kommenden zehn Jahren wird die Dialyse mit einer kontinuierlichen Zunahme des Alters und der Krankheitsstadien der Patienten einhergehen. Für Patienten, bei denen eine Transplantation nicht in Frage kommt, sind neben der Therapie hochwertige Technologien und eine besonders intensive Betreuung erforderlich. Durch unser Angebot von Dialyseprodukten und -dienstleistungen aus einer Hand und mit unserer Erfahrung und ganzheitlichen Philosophie können wir bei Fresenius Medical Care eine entscheidende Rolle für Patienten mit Nierenversagen spielen.

Martina Heumann

Dialysepatientin

Vielleicht schafft man es ja doch, die Dialysezeit zu verkürzen. Für jüngere Patienten sollte es mehr Angebote wie die Peritonealdialyse oder die Dialyse über Nacht geben. Die Patienten müssen sich aber auch selbst damit auseinandersetzen.