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Rahmen­bedingungen

Rahmen­bedingungen

DAS JAHR 2012 WAR VON EINER ANHALTENDEN GEDÄMPFTEN GESAMTNACHFRAGE GEPRÄGT, MASSGEBLICH VERURSACHT DURCH DIE HOHE STAATSVERSCHULDUNG VIELER LÄNDER, INSBESONDERE IN EUROPA. DER DIALYSEMARKT WÄCHST JEDOCH WELTWEIT. ZUM ENDE DES JAHRES 2012 WURDEN CIRCA 2,306 MIO DIALYSEPATIENTEN BEHANDELT.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Rückläufige Wachstumsraten vieler führender Volkswirtschaften wie auch ein Rückgang der wirtschaftlichen Dynamik in den Schwellenländern führten zu einem im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP); es betrug 2012 nur noch 3,2% verglichen mit 3,8% im Jahr 2011.

Die europäische Schuldenkrise beeinflusste die regionale Entwicklung

Die US-Wirtschaft verzeichnete 2012 ein gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhtes Wirtschaftswachstum, begünstigt von der Stabilisierung des Immobilienmarktes und einem Anstieg der Investitionstätigkeit. Das BIP stieg 2012 um 2,2%, nach einem Wachstum von 1,8% im Jahr 2011.

Der gesamte Euro-Raum war 2012 von der Staatsschuldenkrise in den südlichen Peripherieländern geprägt. Die unsichere wirtschaftliche Situation und eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit hielten die Konsumausgaben und Investitionen auf einem niedrigen Niveau, was zunehmend auch das Wachstum anderer Industrienationen beeinträchtigte.

Die Region Asien verzeichnete auch im Jahr 2012 die stärkste Wachstumsdynamik, zeigte in einigen wichtigen Märkten allerdings eine Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.

Die wirtschaftliche Lage in der Region Lateinamerika stellte sich 2012 differenziert dar: Einige Länder expandierten stark, während sich die Konjunktur bei anderen im Vergleich zum Vorjahr abschwächte. Bezogen auf die gesamte Region hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, maßgeblich zurückzuführen auf die reduzierte Nachfrage im Export. In 2012 wurde ein BIP von 2,9% erzielt (2011: 6,3%).

T. 2.2.1

Reales Bruttoinlandsprodukt und Verbraucherpreise

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
         
  Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise
  2012 2011 2012 2011
Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, „Weltkonjunktur im Winter 2012" 18. Dezember 2012; Monatsberichte der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank
USA 2,2 1,8 2,1 3,2
Deutschland 0,7 3,0 2,0 2,3
Euro-Raum -0,5 1,4 2,5 2,7
Europäische Union -0,3 1,5 2,5 3,1
Neue EU-Mitgliedsländer 0,9 2,2 3,8 2,9
Russland 4,5 4,3 5,5 8,4
Japan 2,0 0,5 -0,2 -0,3
China 7,8 9,2 2,6 5,4
Indien 3,8 7,9 9,1 8,9
Asien 6,6 8,2 4,3 6,1
Lateinamerika 2,9 6,3 6,2 6,3

Weltweit

3,2 3,8 4,6 5,7

Energie- und Rohstoffpreise auch 2012 auf hohem Niveau

Die Kosten für Energie- und Rohstoffe, insbesondere für Öl, blieben im Durchschnitt im vergangenen Jahr auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2011 – mit beträchtlichen Schwankungen im Jahresverlauf. Generell gilt für Fresenius Medical Care, dass eine Erhöhung der Transport- und Energiekosten um 1% das Ergebnis nach Steuern um circa 0,3% verringert. Fresenius Medical Care begegnet diesen Preisschwankungen mit dem Abschluss langfristiger Lieferverträge. Auf diese Weise begrenzen wir mögliche negative Folgen aus kurzfristigen Preiserhöhungen auf das Unternehmensergebnis.

Geringe Abhängigkeit von Konjunkturzyklen

Im Vergleich zu anderen Branchen wird der Dialysemarkt von makroökonomischen Einflüssen kaum beeinträchtigt: Da der Bedarf an medizinischer Versorgung insgesamt und somit auch an lebensrettenden Produkten und Dienstleistungen für nierenkranke Menschen wegen der immer älter werdenden Bevölkerung steigt, ist der Dialysemarkt ein Wachstumsmarkt. Fresenius Medical Care ist somit nur in geringem Maße von Konjunkturzyklen abhängig.

Die Wechselkursentwicklung war geprägt vom schwachen Euro

Für Fresenius Medical Care ist vor allem die Wertentwicklung der beiden Währungen US-Dollar und Euro zueinander entscheidend, weil wir einen Großteil unserer Umsätze in den USA und in der Euro-Zone erwirtschaften. Eine Aufwertung des Euro ist aus bilanzieller Sicht vorteilhaft, da wir in US-Dollar berichten und sich rechnerisch somit ein höherer Wert der in Euro erzielten Bilanzwerte ergibt (Translationseffekt). Folglich hatte die Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahr 2012 Auswirkungen auf unser Geschäft.

Wechselkursentwicklung US-Dollar gegenüber Euro
T. 2.2.3

Sensitivitätsanalyse

um 10% gegenüber dem US$ aufwertende Währung
  Wirkung auf den Umsatz von Fresenius Medical Care
2012
Quelle: Unternehmensangaben und Schätzungen
Euro ~1,3%
Andere europäische Währungen ~0,7%
Renminbi und Hongkong-Dollar ~0,2%
Japanische Yen ~0,1%
Andere asiatische Währungen ~0,4%
Südamerikanische Währungen ~0,5%

Mit unserem weltweiten Netz von Fertigungsstätten tragen wir dem Nachfragegefüge in unserem Geschäft mit Dialyseprodukten Rechnung: Unsere Produktionsstätten sind zu einem großen Teil in den Märkten angesiedelt, die sie bedienen; Kosten fallen demnach in der gleichen Währung an, in der wir unseren Umsatz erzielen. Dadurch sind wir von langfristigen Währungsschwankungen weitgehend unabhängig und minimieren unsere Transaktionsrisiken, also unsere Risiken durch Fremdwährungspositionen oder schwankende Wechselkurse. In unserem Dienstleistungsgeschäft ist dieses Risiko noch geringer, da wir die Leistungen vor Ort erbringen und in der jeweiligen Landeswährung abrechnen. Da die Dienstleistungen den größeren Geschäftsbereich von Fresenius Medical Care ausmachen, ist das Währungsrisiko insgesamt als gering einzustufen.

Das Geschäft von Fresenius Medical Care wird von der Volatilität der Wechselkurse überwiegend kurzfristig beeinflusst – vor allem durch Schwankungen des Euro gegenüber dem US-Dollar, aber auch der Währungen unserer anderen weltweiten Standorte gegenüber dem Euro.

Weitere Informationen zum wirtschaftlichen Umfeld finden Sie im Abschnitt „Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf“ und im Prognosebericht.

Dialysemarkt

Der Dialysemarkt wächst weltweit. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung können wir Patienten aus einer Hand mit hochwertigen Dialyseprodukten und -dienstleistungen versorgen. Damit haben wir die besten Voraussetzungen, um unser Geschäft weiter auszubauen und unsere Position als Marktführer zu festigen.

Erhebung und Analyse von Marktdaten

Eine wichtige Voraussetzung für unseren unternehmerischen Erfolg sind verlässliche Informationen darüber, wie sich der Dialysemarkt und seine Rahmenbedingungen entwickeln. Um repräsentative Marktinformationen zu ermitteln und zu verwalten, hat Fresenius Medical Care eine eigene Markt- und Wettbewerber-Studie (Market & Competitor Survey, MCS) entwickelt. Sie dient dazu, relevante Daten zum Dialysemarkt und zum Wettbewerb zu sammeln, zu analysieren und dann im Unternehmen zu verwerten. Die Ergebnisse nutzen wir zum einen als Grundlage für strategische Entscheidungen der Unternehmensleitung, der Forschung und Entwicklung oder des Marketings; zum anderen dienen die Ergebnisse dieser jährlichen Erhebung als Grundlage für unsere externe Berichterstattung, etwa im Rahmen des Geschäftsberichts. Sofern nicht anders angegeben, basieren die Daten in diesem Kapitel auf der Studie. Durch die regelmäßige Anpassung unserer Erhebung tragen wir aktuellen Trends Rechnung, beispielsweise Veränderungen in der Nutzung bestimmter Behandlungsmethoden, aber auch in der Wettbewerbskonstellation, zum Beispiel durch neu auftretende Anbieter.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Patientenzahlen steigen weltweit

Chronisches Nierenversagen ist ein weltweit verbreitetes Leiden: Zum Ende des Jahres 2012 wurden circa 2,957 MIO Patienten behandelt.

T. 2.2.4

Dialysepatienten: Regionale Entwicklung

     
  2012 Veränderung
Quelle: Unternehmensangaben und Schätzungen
Nordamerika 543.000 ~+5%
USA 436.000 ~+4%
Europa/Naher Osten/Afrika 617.000 ~+4%
EU 332.000 ~+2%
Asien-Pazifik 906.000 ~+9%
Japan 309.000 ~+2%
Lateinamerika 240.000 ~+6%

Weltweit

2.306.000 ~+7%
T. 2.2.5

Patienten mit chronischem Nierenversagen

in MIO  
   
Quelle: Unternehmensangaben und Schätzungen
Patienten mit chronischem Nierenversagen 2,957 100%
davon Dialyse 2,306 78%
Hämodialyse (HD) 2,056 70%
Peritonealdialyse (PD) 0,250 8%
davon Patienten mit Transplantaten 0,651 22%

Regional betrachtet tritt chronisches Nierenversagen unterschiedlich häufig auf. Die Prävalenz, das heißt, die relative Zahl der Menschen, die in einem Land wegen terminaler Niereninsuffizienz behandelt werden, schwankt ebenfalls stark von Land zu Land. Die Prävalenzrate, gemessen als Patienten pro Million Einwohner (P. M. E.), kann gerade in Entwicklungsländern bei weit unter 100 liegen. Im Durchschnitt liegt der Wert der Länder der Europäischen Union bei etwas mehr als 1.000 P.M.E. Sehr hohe Werte weisen zum Beispiel Länder wie Taiwan, Japan und die USA auf. Hier liegen die Werte zum Teil deutlich über 2.000 P.M.E. Die Gründe für die sehr starke Divergenz der Prävalenzraten sind vielschichtig:

  • Die Länder unterscheiden sich in ihrer Demografie; die Altersstrukturen der Bevölkerung weltweit variieren.
  • Risikofaktoren für Nierenerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck sind unterschiedlich stark verbreitet.
  • Die Wahrscheinlichkeit, aus erblichen Gründen an der Niere zu erkranken – auch „genetische Disposition“ genannt – ist weltweit ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt.
  • Der Zugang zu Dialysebehandlungen ist in vielen Ländern weiterhin begrenzt, sodass eine Vielzahl von Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz nicht behandelt wird und somit auch nicht in der P. M. E.-Kalkulation erfasst ist.
  • Kulturelle Unterschiede wie die Ernährung spielen eine Rolle.

Die Anzahl der Dialysepatienten ist im Jahr 2012 um etwa 7% gestiegen. In den USA, in Japan sowie in West- und Mitteleuropa verzeichneten wir auch 2012 unterdurchschnittliche Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten. In diesen Regionen ist die Prävalenz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung, zumeist der Dialyse, sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen dagegen sind die Wachstumsraten überdurchschnittlich – ein Hinweis darauf, dass der Zugang zur Dialysebehandlung in diesen Ländern derzeit noch beschränkt ist und schrittweise verbessert wird. Neben einem leichteren Zugang zur Dialyse und damit der genaueren Erfassung der Patienten führen jedoch auch weitere Faktoren zum Anstieg der weltweiten Prävalenz, etwa die zunehmende Verbreitung der nierenschädigenden Krankheiten Diabetes und Bluthochdruck sowie die allgemeine Alterung der Weltbevölkerung durch den wachsenden medizinischen Fortschritt.

Behandlungsmethoden im Vergleich

Von den 2,306 MIO Patienten, die zum Jahresende 2012 eine Dialysebehandlung erhielten, wurden 2,056 MIO – das sind etwa 89% – mittels der Hämodialyse und circa 250.000 mittels der behandelt Peritonealdialyse. Im weltweiten Vergleich der Behandlungsmethoden dominiert somit die Hämodialyse deutlich.

Die dritte mögliche Behandlung von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist die Transplantation. Circa 651.000 Patienten lebten zum Jahresende 2012 mit einer transplantierten Niere. Allerdings ist die Zahl der verfügbaren Spenderorgane weltweit seit Jahren deutlich geringer als die Zahl der Patienten, die auf den Wartelisten für eine Transplantation steht. Trotz umfangreicher Bemühungen regionaler Initiativen, das Bewusstsein und die Bereitschaft für eine Nierenspende zu erhöhen, hat sich der Anteil der Transplantationen an den Behandlungsmethoden in den vergangenen zehn Jahren nicht wesentlich verändert.

Die Behandlung der Dialysepatienten kann entweder in einem Dialysezentrum durchgeführt werden oder aber bei dem jeweiligen Patienten zu Hause. Außerhalb der Dialysezentren stehen als Therapiemöglichkeiten die bislang wenig verbreitete Heim-Hämodialyse und die Peritonealdialyse zur Verfügung. Das Verhältnis von Zentrums- zu Heimdialyse unterscheidet sich von Region zu Region.

T. 2.2.6

Regionale Verteilung der Zentrums- und der Heimdialyse

     
  Zentrumsdialyse Heimdialyse
Quelle: Unternehmensangaben und Schätzungen
Europa/Naher Osten/Afrika 93% 7%
Lateinamerika 88% 12%
Asien-Pazifik 90% 10%
Nordamerika 82% 18%

Weltweit

89% 11%

Unsere Kunden sind meist Krankenkassen und Unternehmen

Die wichtigsten Kunden von Fresenius Medical Care sind staatliche oder öffentliche Krankenversicherungen, privatwirtschaftlich organisierte Krankenversicherungen sowie Unternehmen. Der größte private Kunde – und zugleich der weltweit nach Fresenius Medical Care zweitgrößte Anbieter im Dialysedienstleistungssektor – ist das US-amerikanische Unternehmen DaVita. Mit DaVita erzielten wir etwa 1% unseres Umsatzes im vergangenen Geschäftsjahr.

Gesundheits- und Vergütungssysteme variieren von Land zu Land

Die Nierenersatztherapie ist eine lebensnotwendige medizinische Dienstleistung; deshalb werden die Kosten der Dialyse in der Regel nicht vom Patienten selbst getragen, sondern vom zuständigen Gesundheitssystem. Die Vergütungssysteme für Dialysebehandlungen – also die Struktur, nach der ein Gesundheitssystem die Kostenerstattung für Dialysedienstleistungen regelt – unterscheiden sich dabei von Land zu Land; oft variieren sie sogar innerhalb eines Landes. Kriterien bei der Vergütung sind zum Beispiel regionale Bedingungen, die Behandlungsmethode, regulative Aspekte oder der Status des Dialysedienstleisters (öffentlich oder privat).

Im Mittelpunkt der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen steht in einigen Ländern eine Vergütung nach qualitativen Kriterien (Pay for Performance). Dabei wird dem medizinischen Dienstleister – unter Auflage von Transparenz- und Qualitätskriterien – mehr Verantwortung übertragen. Ziel solcher Vergütungsmodelle ist eine hohe Behandlungsqualität bei insgesamt geringeren Gesamtkosten für das Gesundheitssystem.

Ein Beispiel für ein Vergütungsmodell nach qualitativen Kriterien ist das Pauschalvergütungssystem für die Dialyse, das 2011 in den USA, unserem größten Absatzmarkt, eingeführt wurde. Es betrifft Dialysebehandlungen der in den USA überwiegend staatlich versicherten Patienten (Medicare- oder Medicaid-Patienten). Alle Produkte und Dienstleistungen, die gemäß dem Basis-Erstattungssatz (der sogenannten Composite Rate) vergütet wurden, sowie bislang separat erstattete Leistungen werden nun mit einem Pauschalbetrag erstattet, zum Beispiel die Verabreichung bestimmter intravenös anzuwendender Medikamente und die Durchführung von diagnostischen Labortests. Dieser „gebündelte“ Erstattungssatz (englisch: bundling) wird an Merkmale der einzelnen Patienten, etwa Alter und Gewicht, angepasst; vorgesehen sind außerdem Angleichungen für Patienten, deren außergewöhnlich aufwendige medizinische Versorgung hohe Kosten verursacht. Das US-amerikanische Erstattungssystem orientiert sich außerdem an Qualitätsparametern wie der Steuerung des Hämoglobin-Gehalts des Blutes (Anämie-Management) und der Wirksamkeit der Dialysebehandlung. In den folgenden Jahren sollen zusätzliche Qualitätsparameter eingeführt werden, etwa gute Ergebnisse bei Umfragen zur Patientenzufriedenheit und die Überwachung des Mineralstoffwechsels der Knochen.

Die automatischen Haushaltskürzungen zum Schuldenabbau in den USA wirken sich auch auf die staatlichen Vergütungen im Gesundheitssystem aus. Das betrifft auch den Dialysesektor. Auf Basis einer Gesetzesvorlage werden die Erstattungssätze für Dialysebehandlungen im März 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2% reduziert. Allerdings sollen die Erstattungen jährlich an die Inflationsentwicklung angepasst werden; 2013 liegt die Erhöhung bei 2,3%. Mit unserem vertikalen Geschäftsmodell sind wir sehr gut auf Vergütungssysteme mit qualitativen Kriterien – wie das in den USA – eingestellt und sind auch für mögliche zukünftige Anpassungen gerüstet.

Fresenius Medical Care im weltweiten Vergleich

Das Marktvolumen des weltweiten Dialysemarktes schätzen wir für das Jahr 2012 auf rund 75 MRD US$; das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 2% (währungsbereinigt 4%). Wir gehen davon aus, dass sich dieses Marktvolumen in etwa wie folgt zusammensetzt: Dialyseprodukte mit rund 13 MRD US$ und Dialysedienstleistungen (inklusive Dialysemedikamente) mit circa 62 MRD US$.

Dialyseproduktemarkt mit drei großen Anbietern

Zu den wichtigsten Dialyseprodukten zählen Dialysatoren, Maschinen für die Hämodialyse, Konzentrate und Dialyselösungen sowie Produkte für die Peritonealdialyse, siehe auch Glossar. Gemessen am Umsatz lag der weltweite Marktanteil der drei größten Hersteller von Dialyseprodukten im Jahr 2012 bei circa 64%. Fresenius Medical Care kam auf einen Anteil von rund 33% und war damit Marktführer, gefolgt von Baxter und Gambro. Der Marktanteil der restlichen, mehrheitlich japanischen Anbieter für Dialyseprodukte lag jeweils im einstelligen Prozentbereich.

T. 2.2.7

Marktposition bei wesentlichen Produktgruppen 2012

 
  Position 1 Position 2 Position 3
Quelle: Unternehmensangaben und Schätzungen
Dialysatoren Fresenius Medical Care Gambro Nipro
Dialysemaschinen Fresenius Medical Care Nikkiso Gambro
Konzentrate für die Hämodialyse Fresenius Medical Care Fuso Gambro
Blutschlauchsysteme Fresenius Medical Care Gambro Kawasumi
Produkte für die Peritonealdialyse Baxter Fresenius Medical Care Terumo
Dialyseprodukte 2012

Dialysatoren für die Hämodialyse bilden die größte Produktgruppe im Dialysemarkt; das weltweite Absatzvolumen belief sich 2012 auf rund 222 MIO Stück. Ungefähr 100 MIO und damit fast die Hälfte kamen von Fresenius Medical Care – damit hielten wir mit weitem Abstand den größten Marktanteil. Mit mehr als 38 MIO verkauften Dialysatoren haben wir 2012 einen Absatzrekord in den USA, unserem größten Einzelmarkt, erzielt.

Hämodialysemaschinen sind ein weiteres wichtiges Segment in unserem Produktgeschäft, und auch hier sind wir mit weitem Abstand Marktführer: Von den mehr als 77.000 Dialysemaschinen, die im Jahr 2012 weltweit verkauft wurden, stammen rund 55% von Fresenius Medical Care. Unser größter Absatzmarkt für Dialysemaschinen sind die USA. Im Berichtsjahr stammten mehr als 94% der Dialysegeräte, die dort verkauft wurden, von Fresenius Medical Care. Unsere 2008-Geräteserie ist mit über 114.000 Geräten im Einsatz das in den USA dominierende Dialysesystem.

Im Berichtsjahr war China nach den USA unser zweitgrößter Absatzmarkt für neu verkaufte Hämodialysegeräte: Mehr als 7.000 Geräte haben wir 2012 dorthin geliefert. Mittlerweile stammt fast die Hälfte (47%) der Hämodialysegeräte, die in China im Einsatz sind, von Fresenius Medical Care.

Bei der Peritonealdialyse verfügen wir über einen weltweiten Marktanteil, gemessen am Umsatz, von 20%; siehe auch Grafik 2.2.10. In den USA beläuft sich unser Marktanteil auf 42%. Weitere Informationen zu unserer Position im Markt für Heimdialyse, die sowohl die Peritonealdialyse als auch die Heim-Hämodialyse umfasst, finden Sie im Abschnitt „Heimdialyse ist noch ein kleiner Markt“.

Hämodialyse-Produkte 2012 Peritonealdialyse-Produkte 2012

Dialysedienstleistungen – Patienten hauptsächlich in Dialysezentren versorgt

In der Regel erhalten Nierenpatienten eine Dialysebehandlung in Kliniken oder Dialysezentren, die sie dreimal wöchentlich für mehrere Stunden aufsuchen – entweder am Tag oder über Nacht zur Behandlung während des Schlafes. Weitere Möglichkeiten der Behandlung sind die Heimdialyse, die ein Patient nach fachkundiger Anleitung und mit dem nötigen Zubehör meist selbstständig zu Hause durchführt, und die Dialyse auf Urlaubsreisen, zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff oder am Ferienort; auch dafür bietet Fresenius Medical Care seine Serviceleistungen an. Den weitaus größten Teil der Dialysedienstleistungen aber macht die klassische Behandlung in Kliniken oder Zentren aus.

Die meisten Dialysepatienten wurden im Jahr 2012 in einem der rund 33.400 Dialysezentren weltweit versorgt, durchschnittlich etwa 70 Patienten pro Zentrum. Je nachdem, ob die Gesundheitssysteme in den einzelnen Ländern eher staatlich oder eher privatwirtschaftlich organisiert sind, unterscheidet sich auch die Organisation der Zentren erheblich: In den USA gibt es etwa 5.900 und in der Europäischen Union (EU) etwa 5.400 Dialysekliniken; doch während in den USA nur circa 1% der Patienten durch Kliniken in öffentlicher Trägerschaft versorgt werden, sind es in der EU rund 57%. In Japan dagegen spielen private Nephrologen (Spezialisten für Nierenheilkunde) eine wichtige Rolle; in den von ihnen betriebenen Dialysezentren werden etwa 80% der Dialysepatienten versorgt.

Fresenius Medical Care kann in einem Land eigene Therapiezentren betreiben, wenn das jeweilige Gesundheitssystem privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen als Anbieter von medizinischen Dienstleistungen zulässt und es eine entsprechende Vergütungsordnung gibt. Seit einigen Jahren stehen die Gesundheitssysteme vieler Länder unter Druck, die Gesundheitskosten bei möglichst verbesserter Behandlungsqualität so gering wie möglich zu halten. Einige Länder überlegen daher, inwieweit spezialisierte private Träger sie dabei unterstützen können. Andere Länder wiederum bauen ihre Gesundheitssysteme gerade erst auf und suchen für die Entwicklung moderner Behandlungsstandards den Austausch mit Gesundheitsunternehmen, die sich durch die hohe Qualität ihres Leistungsportfolios bereits einen Namen gemacht haben. In beiden Fällen ist Fresenius Medical Care als erfahrener, vertikal integrierter Anbieter der richtige Partner: Die Qualität und der Innovationsgrad unserer Produkte und Dienstleistungen bieten uns die besten Voraussetzungen, um unsere Position im Dialysemarkt kontinuierlich auszubauen.

In diesem Zusammenhang gewinnt für uns auch der chinesische Markt zunehmend an Bedeutung: Hier gibt es zahlreiche Bestrebungen vonseiten der Regierung, ein modernes Gesundheitssystem mit entsprechenden Vergütungsstrukturen aufzubauen – eine entscheidende Voraussetzung für eine Öffnung des Marktes auch für die Dialysedienstleistungen internationaler Anbieter. In der ostchinesischen Provinz Jiangsu betreiben wir seit 2012 unsere erste eigene Dialyseklinik, in der wir rund 40 Patienten versorgen. Somit ist Fresenius Medical Care eines der ersten Unternehmen, das in diesem restriktiven Markt eine eigene Dialyseklinik eröffnet hat. Allerdings werden wir unser Wachstum im Dienstleistungsgeschäft in China weiterhin in erster Linie über die Zusammenarbeit mit lokalen Krankenhäusern und über Managementverträge vorantreiben – 72 Kliniken (Vorjahr: 52 Kliniken) sind dies bisher; wir versorgen sie mit unseren Dialysemaschinen und mit Verbrauchsmaterial.

Betreiber von Dialysekliniken 2012

In den USA betreuen Fresenius Medical Care und der zweitgrößte Anbieter, DaVita, zusammengenommen über 70% aller Dialysepatienten; damit ist der Konzentrationsgrad bei den Dialysekliniken bereits relativ hoch. Im Berichtsjahr hat Fresenius Medical Care seine marktführende Position ausgebaut und mit mehr als 160.000 Patienten circa 37% der Dialysepatienten in den USA behandelt (2011: 138.400 Patienten, circa 33%). Die Anzahl der von uns behandelten Patienten hat sich 2012 auch durch die Akquisition des Betreibers von Dialyskliniken Liberty Dialysis Holdings, Inc. deutlich erhöht. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie im Abschnitt „Unternehmensstrategie“ sowie im Nachtragsbericht.

Außerhalb der USA ist das Dialysedienstleistungsgeschäft noch wesentlich stärker fragmentiert: Mit 1.078 Dialysekliniken und mehr als 93.000 Patienten in 40 Ländern betreibt Fresenius Medical Care das mit Abstand größte und internationalste Kliniknetz.

Insgesamt hat Fresenius Medical Care im Berichtszeitraum seine eindeutige Führungsposition im Geschäft mit Dialysedienstleistungen weiter gefestigt: 257.916 Dialysepatienten (2011: 233.156) wurden im Verlauf des vergangenen Jahres in 3.160 Kliniken (2011: 2.898) behandelt.

Dialysedienstleistungen weltweit 2012

Dialysemedikamente ergänzen unser Angebot

Bei der Behandlung von Dialysepatienten werden Medikamente üblicherweise zur Korrektur von Blutarmut (Anämie) und zur Regulierung des Mineralhaushalts benötigt – beides Folgen des chronischen Nierenversagens. Basierend auf Daten des Marktforschungsinstitutes IMS MIDAS® und unseren eigenen Schätzungen hat das Marktvolumen der Dialysemedikamente im Jahr 2012 bei etwa 8,6 MRD US$ gelegen. Hiervon entfällt der mehrheitliche Anteil auf einige wenige Medikamentenklassen. Etwa 5,5 MRD US $ und damit nahezu zwei Drittel des Gesamtmarktes für Dialysemedikamente werden mit Erythropoese-stimulierenden Substanzen zur Behandlung von Anämie umgesetzt. Erythropoietin (EPO) beziehen wir zum Beispiel von dem US-amerikanischen Unternehmen Amgen sowie dessen Partnern. Phosphatbinder zur Regulierung des Knochenstoffwechsels hingegen produzieren wir in Eigenregie sowohl für die Verwendung in unseren eigenen Dialysekliniken als auch für den Vertrieb an Dritte. Das Marktvolumen dieser Phosphatbinder lag im vergangenen Jahr bei etwa 1,4 MRD US $. Eisenpräparate zur Behandlung der Anämie stellen wir im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens mit Galenica – der Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd. – her; wir verwenden sie ebenfalls in den eigenen Kliniken und vertreiben sie an Dritte. Das Marktvolumen solcher intravenös verabreichten Eisenpräparate betrug im Jahr 2012 rund 800 MIO US$, wovon etwa die Hälfte auf den Bereich der Nephrologie entfällt.

Top-5-Dialysedienstleister weltweit 2012 Fresenius Medial Care: Behandelte Patienten 2012

Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse

Veränderungen im Vorstand

Zum 1. Januar 2013 hat Rice Powell, bislang Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und zuständiges Vorstandsmitglied für die Region Nordamerika, wie geplant die Position des Vorstandsvorsitzenden von Fresenius Medical Care übernommen und die Nachfolge von Dr. Ben J. Lipps angetreten. Ferner hat Ron Kuerbitz ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2013 die Nachfolge von Rice Powell als Vorstandsmitglied zuständig für die Region Nordamerika, angetreten. Ron Kuerbitz ist seit 1997 bei Fresenius Medical Care Nordamerika in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt war er General Counsel und Chief Administrative Officer und für den Bereich Market Development & Administration verantwortlich. Fresenius Medical Care hat mit Wirkung zum 1. März 2013 seinen Vorstand um das Ressort Forschung und Entwicklung erweitert und Dr. Olaf Schermeier als neues Vorstandsmitglied ernannt und ihm die globale Verantwortung für diesen Bereich übertragen. Dr. Schermeier war vor seinem Eintritt bei Fresenius Medical Care bei der in Deutschland ansässigen Dräger Medical in leitender Funktion im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Unsere Investitionsstrategie hat sich auch 2012 nicht geändert: Mit dem kontinuierlichen Ausbau unseres Kliniknetzes, unseres Produktgeschäfts und der Erweiterung unserer Produktionskapazitäten investieren wir verstärkt in künftiges Wachstum. Im Berichtsjahr lag unser Akquisitionsbudget auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Jahr 2011. Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2012 1,615 MRD US$ für Akquisitionen abzüglich Desinvestitionen aufgewendet. Der größte Teil von etwa 1,5 MRD US$ entfiel auf die Übernahme der Liberty Dialysis Holdings, Inc. Die Übernahme haben wir im Frühjahr 2012 nach Zustimmung durch die US-amerikanische Kartellbehörde FTC abgeschlossen. Nähere Details zu unseren Investitionen und Akquisitionen finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“ sowie im Finanzbericht.

Finanzierung

Im Januar 2012 haben wir erfolgreich die größte Anleihe-Emission in der Geschichte von Fresenius Medical Care abgeschlossen. Der Emissionserlös in Höhe von rund 1,81 MRD US$ aus der Platzierung von drei vorrangigen, unbesicherten Anleihen in Euro und US-Dollar wurde für Akquisitionen, einschließlich der Übernahme von Liberty Dialysis Holdings, Inc., zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet.

Nähere Details zu den Anleihen finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“ sowie im Finanzbericht.

Geschäftsumfeld

Das Geschäftsumfeld sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die für unser Geschäft von besonderer Relevanz sind, blieben 2012 weitgehend unverändert. Zu Beginn des Jahres 2011 ist in den USA, unserem größten Absatzmarkt, ein neues Vergütungssystem für die Dialyse eingeführt worden; es betrifft Dialysebehandlungen staatlich versicherter Patienten (Medicare-Patienten). Spezifische Produkte und Dienstleistungen, die vorher separat abgerechnet wurden, sind in einem pauschalen Erstattungsbetrag zusammengefasst worden. Ein besonderes Merkmal dieses neuen Erstattungssystems ist neben einem jährlichen Inflationsausgleich ab dem Jahr 2012 die Orientierung an bestimmten Qualitätsparametern, wie der Steuerung des Hämoglobin-Gehalts des Blutes (Anämie-Management) und dem Mineralstoffwechsel der Knochen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Gesundheits- und Vergütungssysteme“.

Fazit

Im Geschäftsjahr 2012 sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten, die das operative Geschäft oder die rechtliche Struktur von Fresenius Medical Care maßgeblich beeinflusst haben. Fresenius Medical Care hat seine außerordentlich positive Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr fortgesetzt und weist für das Berichtsjahr neue Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag aus. Dazu haben alle Regionen und Segmente beigetragen.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf

Fresenius Medical Care blickt einmal mehr auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Wir konnten wieder neue Bestmarken bei Umsatz und Ertrag erzielen und unseren Wachstumskurs fortsetzen. Unsere ambitionierten Ziele für das Jahr 2012 haben wir überwiegend erreicht.

Fresenius Medical Care hat im vergangenen Geschäftsjahr neue Rekordwerte erzielt. Der Umsatz konnte um 10% auf 13,80 MRD US$, das operative Ergebnis EBIT um 7% auf 2,22 MRD US$ und das Konzernergebnis um 11% auf 1,19 MRD US$ verbessert werden. Wir haben diese Rekordwerte trotz der im Vergleich zu den Vorjahren schwierigeren Rahmenbedingungen – insbesondere der negativen Auswirkungen aus der Abwertung des Euro und anderer Währungen gegenüber dem US-Dollar – erzielt.

Zu Beginn des Berichtsjahres hatten wir mit einem Umsatz von etwa 14 MRD US$ und einem Konzernergebnis von etwa 1,14 MRD US$ gerechnet. Im weiteren Jahresverlauf haben wir unsere Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2012 jeweils an die aktuellen Entwicklungen angepasst und in Nuancen modifiziert. Die tatsächlich erreichten Werte lagen im Rahmen unserer Zielsetzungen.

Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2012 um 10% auf 13,80 MRD US$ gestiegen. Einem höheren Wert stand die ungünstige Entwicklung einiger Währungen gegenüber dem US-Dollar entgegen, währungsbereinigt lag der Umsatzzuwachs 2012 bei 12%. Zum Umsatzwachstum haben alle Regionen – Nordamerika, Europa/Naher Osten/Afrika, Asien-Pazifik und Lateinamerika – beigetragen. Nähere Einzelheiten zur Umsatzentwicklung finden Sie im Abschnitt „Ertragslage“.

Das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfallende Konzernergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11% auf 1,19 MRD US$. Darin enthalten ist ein steuerfreier sonstiger Beteiligungsertrag aus der Akquisition von Liberty Dialysis Holdings, Inc. Das Konzernergebnis enthält zudem sonstige Aufwendungen für die neu verhandelten Abnahmeverpflichtungen für das Eisenpräparat Venofer und eine Spende an die „American Society of Nephrology“. Bereinigt um den steuerfreien sonstigen Beteiligungsertrag und die sonstigen Aufwendungen wuchs das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & KGaA entfallende Konzernergebnis, wie prognostiziert, um 4% auf 1,12 MRD US$. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Ertragslage“.

Die kontinuierliche Entwicklung der Dividende spiegelt sich in unserem Dividendenvorschlag wider: Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung wird die Dividende je Stammaktie um 9% auf 0,75€ (Vorjahr: 0,69€) steigen. Weitere Informationen zum Dividendenvorschlag finden Sie im Abschnitt „Kontinuierliche Dividendenentwicklung“.

Für Investitionen hatten wir 2012 etwa 700 MIO US$ und für Akquisitionen rund 1,80 MRD US$ vorgesehen. Diese Planungen haben wir fast vollständig eingehalten und 666 MIO US$ – das entspricht 4,8% des Umsatzes – für Investitionen (netto) sowie 1,615 MRD US$ für Akquisitionen abzüglich Desinvestitionen verwendet. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“.

Der operative Cash Flow hat sich, getragen von der Ergebnisentwicklung und dem weiterhin sehr guten Forderungsmanagement, im Jahr 2012 um 41% auf 2,04 MRD US$ verbessert. Damit lag der operative Cash Flow mit 14,8% des Umsatzes deutlich höher als der avisierte Zielwert von 10% des Umsatzes.

Der Verschuldungsgrad (definiert als Verhältnis der gesamten Finanzschulden zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen = Debt/EBITDA) sollte nach unseren Planungen bis zum Jahresende 2012 bei einem Wert von unter 3,0 liegen. Tatsächlich betrug der Verschuldungsgrad zum Bilanzstichtag 2,83 und entwickelte sich damit ebenfalls wie von uns prognostiziert.

Die Zahl der Mitarbeiter (durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) von Fresenius Medical Care erhöhte sich von 79.159 zum Jahresende 2011 auf 86.153 zum Jahresende 2012 und erreichte damit die erwartete Zahl von über 86.000. Zu der Steigerung trugen das weiterhin starke organische Wachstum des Unternehmens sowie Akquisitionen, speziell in Nordamerika, bei.

Die Höhe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, mit denen wir die Zukunftsfähigkeit von Fresenius Medical Care stärken und fördern, entsprach mit 112 MIO US$ nicht ganz unserer Zielgröße von etwa 130 MIO US$. Die Abweichung liegt im Wesentlichen in der Wechselkursentwicklung und zeitlichen Verzögerungen von Projekten begründet. Im Vordergrund unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten steht die konstante Weiterentwicklung bestehender Produktgruppen. Details hierzu finden Sie im Kapitel „Forschung und Entwicklung“.

Der Dialysemarkt hat sich unseren Erwartungen entsprechend entwickelt: Die Zahl der Patienten wuchs weltweit um etwa 7%. Bei der Gliederung der Dialysepatienten nach Behandlungsmethoden ergaben sich gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß keine wesentlichen Änderungen. Die Hämodialyse blieb auch 2012 die mit Abstand wichtigste Behandlungsmethode bei chronischem Nierenversagen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Dialysemarkt“.

T. 2.2.15

Ziele und Ergebnisse für 2012

bereinigt um Sondereffekte
       
  Ergebnisse 2012 Ziele 2012 Ziele erreicht
1Vorschlag zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 16. Mai 2013.
Umsatz +10% auf 13,80 MRD US$ ~14 MRD US$ check
Konzernergebnis +4% auf 1,12 MRD US$ ~1,14 MRD US$ check
Dividende1 +9% je Stammaktie auf 0,75€ kontinuierlicher Anstieg check
Investitionen, netto 666 MIO US$ ~700 MIO US$ check
Akquisitionen, netto 1,615 MRD US$ ~1,8 MRD US$ check
Steuerquote 33,9% 33 bis 35% check
Debt/EBITDA-Verhältnis 2,83 < 3,0 check
Anzahl der Mitarbeiter 86.153 > 86.000 check
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 112 MIO US$ ~130 MIO US$  
Produkteinführungen 5008 CorDiax weiterer Ausbau der Produkt- und Dienstleistungspalette check

Gesamtaussage der Unternehmensleitung zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2012 verlief sehr erfolgreich: Umsatz und Ertrag stiegen auf historische Rekordwerte. Wir haben die Ziele, die wir uns gesteckt hatten, überwiegend erreicht.

Fresenius Medical Care ist in den einzelnen Regionen stärker gewachsen als der Dialysemarkt insgesamt. Somit konnten wir unsere Marktposition weiter ausbauen. In Nordamerika, unserem mit Abstand größten Markt, haben wir unsere führende Stellung behauptet. Auch in den Märkten außerhalb Nordamerikas – in Europa, Lateinamerika und Asien – verzeichneten wir zum Teil deutliche Zuwächse beim Umsatz, einhergehend mit einer Festigung unserer Marktposition.

Die Ertragskraft von Fresenius Medical Care ist im Berichtsjahr weiter gestiegen. Alle entsprechenden Kennzahlen haben sich erneut verbessert. Dies ist unter anderem im Zusammenhang mit unseren weiterhin hohen Investitionen zu sehen – in die Instandhaltung bestehender Kliniken, die Ausrüstung neuer Kliniken und den Ausbau der Produktionskapazitäten.

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