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Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Das Geschäftsjahr 2012 ist erfolgreich verlaufen: Wir haben trotz herausfordernder Marktbedingungen und ungünstiger Währungseffekte erneut Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag erzielt.

Ertragslage

Umsatz

Fresenius Medical Care verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut ein deutliches Umsatzplus von 10% auf 13,80 MRD US$, währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 12%. Das organische Umsatzwachstum betrug 5%, der Anteil der Akquisitionen (netto) an der Umsatzsteigerung 7%. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen verzeichnete ein Umsatzplus von 13% (währungsbereinigt + 15%) auf 10,49 MRD US$. Der Umsatz mit Dialyseprodukten stieg um 1% auf 3,31 MRD US$. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 5%.

Der Umsatz in der Region Nordamerika, der mit einem Anteil von 65% unverändert wichtigsten Geschäftsregion, lag 2012 mit 9,03 MRD US$ um 14% über dem Vorjahresniveau von 7,93 MRD US$. Das organische Umsatzwachstum betrug 4%, der Anteil der Akquisitionen (netto) an der Umsatzsteigerung 10%. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen verbesserte sich im Jahr 2012 um 16% auf 8,23 MRD US$ (Vorjahr: 7,11 MRD US$). Der Umsatz mit Dialyseprodukten sank um 1% auf 0,80 MRD US$ (Vorjahr: 0,81 MRD US$).

Der Umsatz des Segments International, das alle Regionen außerhalb Nordamerikas umfasst, verbesserte sich 2012 um 2% (währungsbereinigt + 9%) auf 4,74 MRD US$. Das organische Wachstum betrug 6% und Akquisitionen (netto) hatten einen positiven Effekt von 3% am Umsatzwachstum. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen im Segment International wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 4% auf 2,26 MRD US$, der währungsbereinigte Zuwachs lag bei 11%. Der Umsatz mit Dialyseprodukten stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1% auf 2,48 MRD US$, währungsbereinigt ergab sich ein Wachstum von 7%.

T. 2.3.1

Umsatz nach Segmenten

in MIO US$
 
  2012 20112 Veränderung Wechselkurseffekte Organisches Wachstum Akquisitionen/
Desinvestitionen
(netto)
1Inklusive Umsätze der Zentralbereiche in Höhe von 29 MIO US$ für 2012 und 17 MIO US$ für 2011.2Der Umsatz des Jahres 2011 wurde gemäß einer geänderten U.S. GAAP Bilanzierungsvorschrift um -224 MIO US$ adjustiert.
Nordamerika            
Dialyseprodukte 801 813 -1% 0% 2% -3%
Dialysedienstleistungen 8.230 7.113 16% 0% 4% 12%

Gesamt

9.031 7.926 14% 0% 4% 10%
 
International
Dialyseprodukte 2.478 2.458 1% -6% 7% 0%
Dialysedienstleistungen 2.262 2.170 4% -7% 6% 5%

Gesamt

4.740 4.628 2% -7% 6% 3%
 
Weltweit
Dialyseprodukte1 3.308 3.288 1% -4% 6% -1%
Dialysedienstleistungen 10.492 9.283 13% -2% 4% 11%

Gesamt

13.800 12.571 10% -2% 5% 7%

Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 haben wir 3.160 Dialysekliniken betrieben, 9% mehr als Ende 2011. Die Zahl der von uns zum Ende des Jahres behandelten Dialysepatienten lag bei 257.916, ein Plus von 11%. Die Zahl der Behandlungen wuchs im Berichtsjahr um 12% auf rund 38,59 MIO.

Die größte Geschäftsregion im Segment International ist Europa/Naher Osten/Afrika (EMEA). Hier hat sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2% auf 2,89 MRD US$ verringert. Währungsbereinigt ist der Umsatz um 6% gestiegen. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz betrug 21% (2011: 23%). Zum Ende des Berichtsjahres betreuten wir in 608 Dialyseeinrichtungen 48.902 Patienten, das waren 556 Patienten oder 1% mehr als zwölf Monate zuvor. Im Geschäftsjahr 2012 haben wir mit Dialysedienstleistungen in dieser Region 1,33 MRD US$ umgesetzt, ein Plus von 1% gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug das Umsatzplus 10%. Der Umsatz mit Dialyseprodukten belief sich auf 1,56 MRD US$, ein Minus von 4% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Währungsbereinigt verzeichneten wir ein Umsatzwachstum von 3%.

Der Umsatz der Region Lateinamerika erhöhte sich um 15% auf 804 MIO US$; bereinigt um Währungseinflüsse ergab sich ein Plus von 24%. Der Anteil am Gesamtumsatz hat sich mit 6% gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen nahm um 15% (währungsbereinigt + 23%) zu und belief sich auf 558 MIO US$. Mit Dialyseprodukten haben wir 246 MIO US$ umgesetzt und damit eine Steigerung von 14% gegenüber dem Vorjahr erzielt (währungsbereinigt + 27%). In den 225 Dialysekliniken dieser Geschäftsregion unterzogen sich zum Ende des Jahres 2012 mehr als 26.956 Patienten einer Dialysebehandlung.

Die Region Asien-Pazifik verzeichnete einen Umsatzanstieg von 6% auf 1,04 MRD US$. Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei 7%. Der Beitrag dieser Region zum Gesamtumsatz belief sich analog zum Vorjahr auf 8%. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen erhöhte sich um 1% (währungsbereinigt + 2%) auf 371 MIO US$. Der Umsatz mit Dialyseprodukten stieg um 9% (währungsbereinigt + 10%) auf 672 MIO US$.

T. 2.3.2

Umsatz nach Regionen

in MIO US$
 
  2012 2011 Veränderung Anteil am Gesamtumsatz
Nordamerika 9.031 7.926 14% 65%
Europa/Naher Osten/Afrika 2.893 2.948 -2% 21%
Lateinamerika 804 700 15% 6%
Asien-Pazifik 1.043 980 6% 8%
Zentralbereiche 29 17 70% 0%

Gesamt

13.800 12.571 10% 100%
T. 2.3.3

Patienten

 
  2012 2011 Veränderung
Nordamerika 164.554 142.319 16%
Europa/Naher Osten/Afrika 48.902 48.346 1%
Lateinamerika 26.956 25.381 6%
Asien-Pazifik 17.504 17.110 2%

Gesamt

257.916 233.156 11%
T. 2.3.4

Behandlungen

in MIO
       
  2012 2011 Veränderung
Nordamerika 24,41 21,61 13%
Europa/Naher Osten/Afrika 7,49 6,60 13%
Lateinamerika 4,10 3,68 11%
Asien-Pazifik 2,59 2,50 4%

Gesamt

38,59 34,39 12%
T. 2.3.5

Kliniken

       
       
  2012 2011 Veränderung
Nordamerika 2.082 1.838 13%
Europa/Naher Osten/Afrika 608 600 1%
Lateinamerika 225 218 3%
Asien-Pazifik 245 242 1%

Gesamt

3.160 2.898 9%

Ergebnis

Operatives Ergebnis (EBIT)

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Jahr 2012 um 7% auf 2,22 MRD US$. Das operative Ergebnis beinhaltet Aufwendungen in Höhe von 110 MIO US$, die im vierten Quartal gebucht wurden. Diese ergeben sich sowohl aus einer neu verhandelten Abnahmeverpflichtung für das intravenös verabreichte Eisenpräparat Venofer in Nordamerika als auch aus einer Spende an die „American Society of Nephrology“. Diese Aufwendungen unberücksichtigt, lag das operative Ergebnis im Jahr 2012 bei 2,33 MRD US$, ein Zuwachs von 12% gegenüber dem Vorjahr. Auf Basis des bereinigten Ergebnisses stieg die operative Marge von 16,5 auf 16,9%, wozu insbesondere die Region Nordamerika maßgeblich beigetragen hat. Hier verbesserte sich das operative Ergebnis im Jahr 2012 um 19,0% auf 1,72 MRD US$. Die operative Marge stieg von 18,1% im Jahr 2011 auf 19,0% im Jahr 2012.

T. 2.3.6

Operatives Ergebnis (EBIT)

In MIO US$
       
  2012 2011 Veränderung
1Das operative Ergebnis beinhaltet Sonderaufwendungen in Höhe von 110 MIO US$.
Nordamerika 1.615 1.435 12%
International 809 807 0%
Zentralbereiche (205) (167) 23%

Gesamt

2.2191 2.075 7%

Im Segment International lag das operative Ergebnis im Jahr 2012 mit 809 MIO US$ etwa auf Vorjahresniveau. Die operative Marge sank von 17,4 auf 17,1%.

Insbesondere bedingt durch die Spende an die „American Society of Nephrology“ und gestiegene Rechtsberatungskosten sind im Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres die Kosten für die Zentralbereiche wie erwartet gestiegen. Der gesamte operative Aufwand für die Zentralbereiche lag im Jahr 2012 bei 205 MIO US$, nach 167 MIO US$ im Vorjahr.

Konzernergebnis

Das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfallende Konzernergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 um 11% auf 1,187 MRD US$, nach 1,071 MRD US$ im Jahr 2011. Darin enthalten ist ein steuerfreier sonstiger Beteiligungsertrag in Höhe von 140 MIO US$ aus der Akquisition von Liberty Dialysis Holdings, Inc., sowie den oben genannten Aufwendungen in Höhe von 71 MIO US$ nach Steuern (110 MIO US$ vor Steuern). Bereinigt um diese Aufwendungen und den Beteiligungsertrag lag das Konzernergebnis im Jahr 2012 bei 1,118 MRD US$, ein Plus von 4% im Vergleich zum Vorjahr.

T. 2.3.7

Gekürzte Gewinn- und Verlustrechnung

In MIO US$
 
  2012 2011 Veränderung
1Das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfallende Ergebnis. Darin enthalten ist ein steuerfreier sonstiger Beteiligungsertrag in Höhe von 140 MIO US$ sowie Aufwendungen in Höhe von 71 MIO US$ nach Steuern. Diese ergeben sich sowohl aus einer neu verhandelten Abnahmeverpflichtung für das Eisenpräparat Venofer in Nordamerika als auch aus einer Spende an die „American Society of Nephrology“.
Umsatzerlöse 13.800 12.571 10%
Aufwendungen zur Erzielung des Umsatzes 9.199 8.419 9%

Bruttoergebnis vom Umsatz

4.601 4.152 11%
In % vom Umsatz 33,3 33,0 -

Operatives Ergebnis (EBIT)

2.219 2.075 7%
Sonstiger Beteiligungsertrag 140 - -
Zinsaufwand, netto 427 297 44%

Ergebnis vor Steuern

1.932 1.778 9%

Konzernergebnis

1.1871 1.071 11%

Bruttoergebnis

Das Bruttoergebnis vom Umsatz betrug im Berichtsjahr 4,60 MRD US$, ein Plus von 11% gegenüber 2011. Die Bruttogewinnspanne hat sich von 33,0 auf 33,3% verbessert. Die erhöhte Marge ist weitgehend eine Folge des Anstiegs der Bruttoergebnismarge in Nordamerika.

Die Vertriebskosten und die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 11% auf 2,22 MRD US$ (2011: 2,00 MRD US$). Der Anteil dieser Kosten am Umsatz stieg von 15,9 auf 16,1%. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der Kosten in Nordamerika, hauptsächlich verursacht durch höhere Personalkosten und Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition der Liberty Dialysis Holdings, Inc.

Die Abschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf 603 MIO US$, im Vergleich zu 557 MIO US$ im Jahr 2011. Der Anteil der Abschreibungen am Umsatz betrug unverändert 4,4%.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 112 MIO US$ im Jahr 2012 und lagen damit auf Vorjahresniveau.

Zinsergebnis

Die Nettozinsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf 426 MIO US$, nach 297 MIO US$ im Geschäftsjahr 2011. Diese Entwicklung beruht hauptsächlich auf der Erhöhung des Schuldenniveaus aus der Platzierung mehrerer Anleihen zur Finanzierung der Akquisition von Dialysekliniken und hier insbesondere der Liberty Dialysis Holdings, Inc.

Nähere Angaben zu unserer Finanzlage finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“ sowie im Finanzbericht.

Steuerquote

Die Ertragsteuern betrugen im vergangenen Geschäftsjahr 605 MIO US$, gegenüber 601 MIO US$ im Vorjahr. Dies entspricht einer effektiven Steuerquote von 31,3%, nach 33,8% im Jahr 2011. Ohne den steuerfreien Beteiligungsertrag und die oben aufgeführten Aufwendungen lag die effektive Steuerquote für das Jahr 2012 bei 33,9%.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Stammaktie (Earnings per share, EPS) stieg 2012 um 10% auf 3,89 US$, nach 3,54 US$ im Vorjahr. Ohne den steuerfreien Beteiligungsertrag und die oben genannten Aufwendungen lag das Ergebnis je Stammaktie bei 3,66 US$. Die durchschnittlich gewichtete Zahl der ausstehenden Aktien betrug 2012 rund 305,1 MIO (2011: 303,0 MIO), davon 301,1 MIO Stammaktien (2011: 299,0 MIO Stammaktien). Der Anstieg der Zahl ausstehender Aktien resultiert aus der Ausübung von Aktienoptionen. Nähere Erläuterungen zur Herleitung des Ergebnisses je Stammaktie finden Sie im Finanzbericht.

Wertschöpfungsrechnung

Mit der Wertschöpfungsrechnung werden die von Fresenius Medical Care im Geschäftsjahr 2012 erbrachten wirtschaftlichen Leistungen veranschaulicht. Dafür werden sämtliche Vorleistungen, wie der wertmäßige Verbrauch bezogener Güter und Leistungen sowie die Abschreibungen von der Unternehmensleistung abgezogen. Die Wertschöpfung von Fresenius Medical Care belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 7,3 MRD US$, nach 6,5 MRD US$ im Jahr 2011 – ein Plus von 12%. Davon entfiel der größte Teil, 67% bzw. 4,9 MRD US$, auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gefolgt von 8% bzw. 605 MIO US$ für die öffentliche Hand. Darlehensgeber erhielten rund 470 MIO US$ bzw. 7%. Den Aktionären und anderen Gesellschaftern flossen rund 6% bzw. 436 MIO US$ zu. Zur inneren Stärkung des Geschäfts verblieben 891 MIO US$ der Wertschöpfung im Unternehmen.

T. 2.3.8

Wertschöpfungsrechnung

in MIO US$
         
  2012 2011
1Unter Annahme der Zustimmung zur Gewinnverwendung 2012 durch die Hauptversammlung am 16. Mai 2013.
Entstehung        
Unternehmensleistung 13.839 100% 12.672 100%
Vorleistungen (5.962) -43% (5.618) -44%
Brutto-Wertschöpfung 7.877 57% 7.054 56%
Abschreibungen (603) -4% (557) -5%

Netto-Wertschöpfung

7.274 53% 6.497 51%
 
Verwendung1
Mitarbeiter 4.872 67% 4.362 67%
Öffentliche Hand 605 8% 601 9%
Darlehensgeber 470 7% 357 6%
Aktionäre und andere Gesellschafter 436 6% 398 6%
Unternehmen 891 12% 779 12%

Netto-Wertschöpfung

7.274 100% 6.497 100%

Auftragslage

Der Auftragsbestand ist aufgrund des Geschäftsmodells von Fresenius Medical Care, das zu knapp drei Viertel aus regelmäßig zu erbringenden Dienstleistungen besteht, keine wesentliche Kenngröße. Das Produktgeschäft ist mehrheitlich durch Verbrauchsgüter für die Einmalverwendung gekennzeichnet und wird nicht von projektbezogenen Aufträgen bestimmt, die zu wesentlichen Änderungen des Auftragsbestands innerhalb von Berichtsperioden führen könnten. Fresenius Medical Care berichtet daher nicht auf Basis dieser Finanzkennzahl.

Finanzlage

Unsere Investitions- und Finanzierungsstrategie hat sich im vergangenen Geschäftsjahr nicht wesentlich geändert. Dies liegt auch in unserem Geschäftsmodell begründet, welches angesichts stabiler und hoher Cash Flows eine beständigere und höhere Verschuldung erlaubt, als dies in anderen Industrien der Fall sein mag. Wir sehen unsere Refinanzierungsmöglichkeiten weiterhin als sehr stabil und flexibel an. Unsere syndizierte Kreditvereinbarung haben wir im Oktober 2012 erfolgreich erneuert. Auch im laufenden Geschäftsjahr liegt der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in unserem Geschäft mit Dialysedienstleistungen und hier auf dem Ausbau des weltweiten Kliniknetzes.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Neben der Optimierung der Finanzierungskosten hat die Sicherung der finanziellen Flexibilität die höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie von Fresenius Medical Care. Finanziell flexibel bleiben wir, indem wir eine breite Palette von Finanzierungsinstrumenten einsetzen und bei Investoren und Banken stark diversifizieren. Unser Finanzierungsprofil ist charakterisiert durch eine breite Streuung der Laufzeiten bis zum Jahr 2022.

Zentrales Finanzierungsinstrument ist die syndizierte Kreditvereinbarung mit einer revolvierenden Kreditlinie und einem langfristigen Darlehen. Zusätzlich nutzen wir diverse andere mittel- und langfristige Finanzierungsinstrumente, darunter hauptsächlich vorrangige, unbesicherte Anleihen in Euro und US-Dollar und in geringerem Umfang vorrangige, unbesicherte Euro-Schuldscheindarlehen mit festen und variablen Tranchen.

T. 2.3.9

Wesentliche Finanzierungsinstrumente von Fresenius Medical Care

 
  Betrag in MIO Kupon Fälligkeit
1Zu Beginn vor Amortisation.
Kreditvereinbarung revolvierende Kreditlinie ~1.250 US$ - 30.10.2017
Kreditvereinbarung Term Loan A 2.600 US$1 - 30.10.2017
       
Anleihe 2010-2016 250€ 5,50% 15.07.2016
Anleihe 2011-2016 100€ 3-Monats-Euribor
+3,50%
15.10.2016
Anleihe 2007-2017 500 US$ 6,875% 15.07.2017
Anleihe 2011-2018 400 US$ 6,50% 15.09.2018
Anleihe 2011-2018 400€ 6,50% 15.09.2018
Anleihe 2011-2021 650 US$ 5,75% 15.02.2021
Anleihe 2011-2021 300€ 5,25% 15.02.2021
Anleihe 2012-2019 250€ 5,25% 31.07.2019
Anleihe 2012-2019 800 US$ 5,625% 31.07.2019
Anleihe 2012-2022 700 US$ 5,875% 31.01.2022
       
Schuldscheindarlehen 45€1 - 27.10.2014
Forderungsverkaufsprogramm 800 US$ - 15.01.2016

Mit den nur teilweise genutzten Kreditlinien sowie dem Forderungsverkaufsprogramm verfügen wir über ausreichende finanzielle Ressourcen. Als Zielgröße von zugesicherten und nicht genutzten Kreditlinien streben wir weiterhin einen Korridor von 300 bis 500 MIO US$ an. Unser wesentlicher Finanzierungsbedarf in 2013 umfasst die Zahlung der Dividende von voraussichtlich 304 MIO US$ im Mai 2013 genauso wie ein in 2013 fällig werdender Kredit in Höhe von 140 MIO US$. Die Finanzierung wird im Einklang mit der beschriebenen Finanzierungsstrategie stehen.

In unserer langfristigen Finanzplanung orientieren wir uns in erster Linie am Verschuldungsgrad, definiert als Total Debt-EBITDA-Verhältnis. Dabei werden die gesamten Finanzverbindlichkeiten (Total Debt) unseres Unternehmens zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ins Verhältnis gesetzt. Fresenius Medical Care verfügt über eine starke Marktposition im wachsenden und als nicht zyklisch angesehenen Dialysesektor. Dieser ist durch relativ stabile Cash Flows gekennzeichnet; unsere Marktposition wird darüber hinaus durch eine hohe Kreditqualität der meisten Kunden unterstützt. Ein wesentlicher Anteil unserer Forderungen besteht hier gegenüber staatlichen Gesundheitseinrichtungen. Obwohl Zahlungsmoral und Einzugspraktiken nicht nur zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen einzelnen Behörden variieren, stellen staatliche Schuldner meist ein geringeres bis gemäßigtes Kreditrisiko dar. Dies erlaubt uns eine beständigere und höhere Verschuldung, als das in anderen Industrien der Fall sein mag. Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 lag der Verschuldungsgrad bei 2,83 im Vergleich zu 2,69 im Vorjahr. Weitere Informationen enthält der Abschnitt „Strategie, Ziele und Unternehmenssteuerung“.

Zusätzliche Angaben zur Finanzierung finden Sie im Finanzbericht im Abschnitt „Liquidität und Mittelherkunft“ sowie im „Prognosebericht“.

Rating

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 hat die Ratingagentur Standard & Poor‘s das Unternehmensrating von Fresenius Medical Care von „BB“ auf „BB+“ angehoben und den Ausblick „stabil“ bestätigt. Die Ratingagenturen Moody‘s und Fitch haben ihre Unternehmensratings von Fresenius Medical Care bestätigt, Moody’s mit „Ba1“ und „stabilem Ausblick“, Fitch mit „BB+“ und ebenfalls „stabilem Ausblick“.

T. 2.3.10

Rating

       
  Standard & Poor's Moody's Fitch
Unternehmensrating BB + Ba1 BB +
Ausblick Stabil Stabil Stabil
Besicherte Finanzverbindlichkeiten BBB - Baa3 BBB
Unbesicherte Finanzverbindlichkeiten BB + Ba2 BB +

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage

Fresenius Medical Care ist nicht an außerbilanziellen Geschäften beteiligt, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich auf die Finanzlage, die Ertragslage, die Liquidität, die Investitionsausgaben, das Vermögen oder die Kapitalausstattung auswirken werden.

Liquiditätsanalyse

Wesentliche Quellen der Liquidität sind der operative Cash Flow und die von Dritten gewährten Kredite sowie der Einsatz weiterer Finanzierungsinstrumente nach Bedarf. Wir benötigen die Finanzmittel vornehmlich zur Finanzierung des Nettoumlaufvermögens, zur Finanzierung von Akquisitionen, zum Auf- und Ausbau sowie der Ausrüstung eigener Dialysezentren und Produktionsstätten sowie zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und zur Ausschüttung von Dividenden. Umfangreiche Angaben zur Liquidität finden Sie im Finanzbericht im Abschnitt „Liquidität und Mittelherkunft“.

16. Dividendenerhöhung in Folge

Fresenius Medical Care schlägt der Hauptversammlung die 16. Dividendenerhöhung in Folge vor: Die vorgeschlagene Dividende je Stammaktie soll um 9% von 0,69€ für das Geschäftsjahr 2011 auf 0,75€ für das Geschäftsjahr 2012 steigen, die Dividende je Vorzugsaktie um 8% auf 0,77€ (2011: 0,71€). Die gesamte erwartete Ausschüttungssumme wird sich auf rund 230 MIO € belaufen (2011: 210 MIO €). Weitere Informationen zur Dividende finden Sie im Abschnitt „Kontinuierliche Dividendenentwicklung“.

Investitionen und Akquisitionen

Im Jahr 2012 wendete Fresenius Medical Care 2,28 MRD US$ für Investitionen, Akquisitionen und den Erwerb von immateriellen Vermögensgegenständen auf. Auf das Segment Nordamerika entfielen hiervon 1,91 MRD US$, auf das Segment International 192 MIO US$ und auf die Zentralbereiche 175 MIO US$.

T. 2.3.11

Netto-Investitionen und Akquisitionen nach Segmenten

in MIO US$
         
  2012 2011 davon Sachanlagen davon Akquisitionen/immaterielle Vermögensgegenstände und sonstige Investitionen davon Desinvestitionen Absolute Veränderung gegenüber 2011
Nordamerika 1.914 1.047 298 1.849 233 867
International 192 1.133 195 28 31 -941
Zentralbereiche 175 165 173 2 0 10

Gesamt

2.281 2.345 666 1.879 264 -64

Insgesamt haben wir Netto-Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 666 MIO US$ getätigt, nach 570 MIO US$ im Vorjahr. Ein großer Teil der Investitionsausgaben – 372 MIO US$ – betraf die Ausrüstung bestehender und neuer Kliniken. Zudem haben wir 170 MIO US$ in den Erhalt und den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert, vorwiegend in Deutschland, Nordamerika, Frankreich und China. 133 MIO US$ entfielen auf die Aktivierung von Dialysegeräten, die Kunden – überwiegend im Segment International – zur Verfügung gestellt wurden. Ein geringerer Betrag in Höhe von 9 MIO US$ ist durch Desinvestitionen zugeflossen. Die Investitionen in Sachanlagen machten etwa 5% des Gesamtumsatzes aus und lagen somit auf dem Niveau des Vorjahres.

Für Erweiterungsmaßnahmen wurden 41% der Netto-Investitionen ausgegeben, 59% dienten der Instandhaltung bestehender Produktionsstätten und Dialysekliniken.

Geographisch betrachtet entfielen 45% unserer Netto-Investitionen auf Nordamerika, gefolgt von den Zentralbereichen mit 26%, Europa mit 21%, Lateinamerika mit 4% und Asien-Pazifik mit 4%.

Netto-Investitionen in Sachanlagen nach Regionen
T. 2.3.13

Forderungslaufzeiten

in Tagen, 31.Dezember
       
  2012 2011 Veränderung
Nordamerika 55 55 0
International 115 121 -6

Gesamt

76 80 -4

Für Akquisitionen, die vornehmlich den Erwerb von Dialysekliniken betrafen, haben wir 2012 etwa 1.879 MIO US$ aufgewendet. Davon entfielen 1.849 MIO US$ auf das Segment Nordamerika, 28 MIO US$ auf das Segment International und 2 MIO US$ auf die Zentralbereiche. Die Akquisitionen des Geschäftsjahres betrafen im Wesentlichen den Erwerb von Liberty Dialysis Holdings, Inc.

Cash Flow Analyse

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, auch als operativer Cash Flow bezeichnet, stieg im Jahr 2012 um 41% und überschritt mit 2,04 MRD US$ (Vorjahr: 1,45 MRD US$) erstmals in der Unternehmensgeschichte die Zwei-Milliarden-Grenze. Die Steigerung ist im Wesentlichen auf die vorteilhafte Entwicklung des Netto-Umlaufvermögens zurückzuführen. Die Mittelzuflüsse wurden für Investitionsmaßnahmen (Sachanlagen und Akquisitionen) verwendet. Eine detaillierte Beschreibung weiterer Faktoren finden Sie im Finanzbericht im Abschnitt „Liquidität und Mittelherkunft“.

Im Geschäftsjahr 2012 verzeichneten wir ein regional unterschiedliches Zahlungsverhalten unserer Kunden. Die Forderungslaufzeiten, das heißt die Anzahl der Tage, die vergehen, bis die Kunden ausstehende Rechnungen von Fresenius Medical Care begleichen, haben sich im vergangenen Jahr insgesamt deutlich verringert. Die Forderungslaufzeiten im Segment Nordamerika waren auch 2012 auf anhaltend niedrigem Niveau. Im Segment International hat ein verbessertes Zahlungsverhalten einzelner Länder Europas zu einem Rückgang der Forderungslaufzeiten beigetragen. Die hohen Forderungslaufzeiten in diesem Segment spiegeln im Wesentlichen die durchschnittlichen Zahlungsverzögerungen bei staatlichen und privaten Stellen wider. Dies betrifft insbesondere die Länder in Europa mit vergleichsweise höheren Haushaltsdefiziten.

Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr einen Free Cash Flow vor Akquisitionen und Dividenden in Höhe von 1.373 MIO US$ erzielt, nach 876 MIO US$ im Geschäftsjahr 2011. Unter Berücksichtigung der Zahlungen für Akquisitionen (abzüglich Veräußerungen) in Höhe von 1.615 MIO US$ (2011: 1.775 MIO US$) und Dividenden in Höhe von 272 MIO US$ (2011: 281 MIO US$) errechnet sich ein Free Cash Flow von minus 514 MIO US$, nach minus 1.180 MIO US$ im Vorjahr.

Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt „Investitionen und Akquisitionen“.

T. 2.3.14

Gekürzte Cash Flow Rechnung1

in MIO US$
 
  2012 2011 Veränderung
1Eine ausführliche Darstellung finden Sie im Finanzbericht.
Flüssige Mittel am Jahresanfang 457 523 -13%
Cash Flow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 2.039 1.446 41%
Cash Flow aus Investitionstätigkeit (2.281) (2.345) -
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 468 793 -
Wechselkursbedingte Veränderungen der flüssigen Mittel 5 40 -
Flüssige Mittel am Jahresende 688 457 50%
Free Cash Flow 1.373 876 57%
Operativer Cash Flow

Vermögenslage

Unsere Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr erhöht, die Vermögenslage hat sich erneut verbessert. In den wesentlichen Bilanzkennzahlen spiegeln sich das nachhaltige Wachstum und der geschäftliche Erfolg unseres Unternehmens wider.

Bilanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 22,33 MRD US$ gestiegen; währungsbereinigt lag der Zuwachs ebenfalls bei 14%.

Das Anlagevermögen erhöhte sich um 17% (währungsbereinigt + 16%) und belief sich zum Jahresende 2012 auf 16,20 MRD US$. Das entspricht etwa 73% der Konzernbilanzsumme. Die absolute Erhöhung des Anlagevermögens ist im Wesentlichen auf Akquisitionen zurückzuführen.

Das Anlagevermögen beinhaltet Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von 11,42 MRD US$, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb der Renal Care Group im Jahr 2006 und dem Erwerb der Liberty Dialysis Holdings, Inc. im Jahr 2012 sowie der Gründung von Fresenius Medical Care im Jahr 1996 entstanden sind. Die Erhöhung des Goodwill im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahreswert von 9,19 MRD US$ resultiert zu einem großen Teil aus den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen, insbesondere dem oben genannten Erwerb der Liberty Dialysis Holdings, Inc. in Höhe von 2,0 MRD US$. Die Sachanlagen erhöhten sich im Berichtsjahr um 12% auf 2,94 MRD US$, und zwar vor allem aufgrund von Investitionen und Akquisitionen. Nähere Informationen dazu finden Sie im Abschnitt „Investitionen und Akquisitionen“.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Finanzanlagen sanken durch die Rückführung eines Darlehens im Rahmen des Erwerbs der Liberty Dialysis Holdings, Inc. von 0,55 auf 0,35 MRD US$.

Das Umlaufvermögen stieg um 8% (währungsbereinigt + 7%) und belief sich auf 6,13 MRD US$ zum Jahresende 2012. Die Hauptursache für den Anstieg war die Zunahme der flüssigen Mittel (+ 50% auf 688 MIO US$) und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+ 8% auf 3,02 MRD US$), im wesentlichen begründet durch die Akquisition der Liberty Dialysis Holdings, Inc. sowie des Wachstums des Geschäfts verbunden mit einem Rückgang der Forderungslaufzeiten.

Bilanzstruktur – Aktiva Bilanzstruktur – Passiva

Die Vorräte erhöhten sich 2012 um 7% (währungsbereinigt ebenfalls + 7%) auf 1,04 MRD US$. Diese Entwicklung ist hauptsächlich zurückzuführen auf das Wachstum des Geschäfts. Weitere Informationen dazu finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“.

Eigenkapital

Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital um 14% auf 9,21 MRD US$ zum Jahresende 2012. Dieser Anstieg ist hauptsächlich eine Folge des Ergebnisses, der Ausübung von Aktienoptionen und der Erhöhung der Anteile anderer Gesellschafter ohne Put-Optionen. Gemindert wurde die Eigenkapitalbasis um die Zahlung der Dividende für 2011. Die Eigenkapitalquote betrug 41% und war damit gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert unverändert.

Das Fremdkapital stieg um 14% (währungsbereinigt + 14%) auf 13,12 MRD. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen 8,30 MRD US$, nach 7,21 MRD US$ im Jahr 2011. Davon entfielen 0,46 MRD US$ auf kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (2011: 1,72 MRD US$). Der Rückgang ist auf den Abschluss der neuen Kreditvereinbarung zurückzuführen, die unter den mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen wird. Diese beliefen sich 2012 auf 7,84 MRD US$, nach 5,49 MRD US$ im Jahr 2011. Der Anstieg resultiert aus der Begebung vorrangiger Anleihen im Januar 2012 und der Umgliederung der Verbindlichkeiten aus der Kreditvereinbarung. Von den Finanzverbindlichkeiten sind 73% in US$ aufgenommen, nach 70% im Vorjahr.

Im Konzern bestehen keine Rückstellungen, die von wesentlicher Bedeutung sind. Die größte Einzelrückstellung in Höhe von 115 MIO US$ bezieht sich auf den Vergleich zur endgültigen Beilegung der Gläubigeranfechtungsforderungen sowie aller weiteren Rechtsangelegenheiten, die sich aus dem Insolvenzverfahren von W. R. Grace im Zusammenhang mit der National-Medical-Care-Transaktion im Jahr 1996 ergaben. Weitere Informationen finden Sie in Anmerkung 19 des Finanzberichts.

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