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Beschaffung und Produktion

Beschaffung und Produktion

Als Branchenführer mit langjähriger Erfahrung in der Dialyse können wir in der Produktion auf umfangreiche eigene Ressourcen zurückgreifen. Dazu gehören Fertigungskapazitäten in allen Regionen sowie Know-how rund um komplexe Produktionstechnologien und -prozesse. Ausserdem verfügen wir über umfassende Kompetenz im Qualitätsmanagement und in der Beschaffung und Logistik für anspruchsvolle medizinische Erzeugnisse.

Weltweites Netz an Produktionsstätten

Gemessen an der Fertigungsmenge befinden sich unsere größten Werke in den USA, Deutschland und Japan. Einen Überblick über unsere wichtigsten Produktionsstandorte zeigt Grafik 2.1.1.

Dialysemaschinen produzieren wir an zwei Standorten: in Schweinfurt (Deutschland) und in Walnut Creek (USA). Im November 2012 hat Fresenius Medical Care die 500.000. Dialysemaschine der Unternehmensgeschichte produziert. Das Gerät der mehrfach preisgekrönten Serie 5008 lief im Werk Schweinfurt vom Band und wurde an die Deutsche Nierenstiftung gespendet. Weitere Informationen finden Sie in unserem „Magazin“.

Andere Produkte stellen wir meistens direkt in den Regionen her, in denen diese benötigt werden. Dialysatoren und die dafür benötigten Hohlfasern zum Beispiel fertigen und konfektionieren wir unter anderem an den Standorten Ogden (USA), in St. Wendel (Deutschland), in L’Arbresle (Frankreich) und in Buzen (Japan). Konzentrate für die Hämodialyse werden unter anderem in Deutschland, Italien, der Türkei, Marokko, den USA, Argentinien und Australien gefertigt.

Den Großteil der für die Peritonealdialyse verwendeten Lösungen liefern unsere Produktionsstandorte in St. Wendel und Ogden. Das Werk Reynosa in Mexiko ist, gemessen am Herstellungsvolumen, unternehmens- und auch weltweit der größte Produktionsstandort für Blutschlauchsysteme.

Bereich Global Manufacutring Operations gestärkt

Der Geschäftsbereich Global Manufacturing Operations (GMO) bündelt regionenübergreifend unsere Kompetenzen bei Produktionsverfahren und -prozessen, im Qualitätsmanagement, im strategischen Einkauf und bei der Steuerung der Lieferkette. Mit dem zentralen Geschäftsbereich GMO können wir:

  • die Effizienz unserer Abläufe weiter steigern,
  • Risiken – und damit Kosten – besser steuern,
  • die Rentabilität des Kapitals erhöhen, das wir in der Fertigung einsetzen.

Zum Ende des Jahres 2012 umfasste der Bereich 13.175 Mitarbeiter (2011: 12.600) und mehr als 40 Produktionsstandorte in rund 30 Ländern. Die Aufgaben und Aktivitäten des Bereichs GMO im Berichtsjahr zeigen die folgenden Abschnitte.

Produktionsstätten ausgebaut

Einige unserer Produktionsstandorte haben bereits langjährige Erfahrung in der Fertigung bestimmter Produkte. Sie bilden unternehmensweite Kompetenzzentren, die mit ihrem Know-how rund um Kerntechnologien und -materialien unsere dezentralen Produktionsstätten bei der Harmonisierung ihrer Abläufe beraten. Mit diesem Ansatz fördert GMO den Austausch besonders erfolgreicher Verfahren und Methoden zwischen den Regionen und Standorten.

Parallel hierzu loten wir neue Möglichkeiten aus, wie sich die Regionen gegenseitig mit Produkten und Teilerzeugnissen beliefern können, um so die Effizienz unserer Fertigung weiter zu erhöhen. Seit 2012 stellen wir beispielsweise an unserem Standort im französischen L’Arbresle für unseren lateinamerikanischen Markt Leerbeutel für die Hämodialyse her, die dann in Kolumbien und Brasilien mit Trockenkonzentrat gefüllt werden.

Im Berichtsjahr haben wir außerdem viele unserer Produktionsstandorte erweitert und optimiert. So wurden 2012 in St. Wendel gleich mehrere neue Produktionslinien sowie ein neues Hochregallager in Betrieb genommen. In unserem Werk in Ogden haben wir im Berichtsjahr unsere Kapazitäten für Dialysatoren von 37 MIO auf 48 MIO erhöht sowie um eine weitere Produktionslinie für Hohlfasern für Dialysatoren erweitert. Damit können wir der weltweit steigenden Nachfrage nach Dialysatoren gerecht werden. Auch die Produktion unserer Dialysemaschinen in Schweinfurt konnten wir um rund 20% steigern.

Initiativen im Qualitätsmanagement weitergeführt

Im Qualitätsmanagement haben wir im Zuge der Umsetzung eines regionenübergreifenden Programms Initiativen fortgeführt, um eine hohe Qualität, niedrige Kosten und kurze Vorlaufzeiten in der Produktion zu erreichen.

Qualitätsmanagementsysteme für sichere Produkte und Verfahren

Um unseren Patienten und Kunden weltweit die bestmögliche Produkt- und Behandlungsqualität zu bieten, setzen wir in allen unseren Geschäftsregionen umfassende Qualitätsmanagementsysteme ein. Diese regeln und überwachen die Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben für alle unsere Produkte und Verfahren – von deren Entwicklung und Herstellung über die Marktzulassung und Anwendung in den Kliniken bis hin zu der Schulung von Kunden und zum Umgang mit Reklamationen. Unsere Qualitätsmanagementsysteme in der Produktion verbinden interne Regelungen, Abläufe und Verfahren, die nicht nur den Anforderungen allgemein anerkannter externer Standards und Richtlinien entsprechen, sondern auch der „Best Practice“. Unsere Werke wenden im Qualitätsmanagement anerkannte Instrumente wie „Lean Six Sigma“ an, ein Qualitätsmanagementsystem zur Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung von Prozessen mit dem Ziel, die Qualität in der Produktion zu steigern.

Unser Qualitäts- und Produktionsmanagement arbeitet in den Regionen eng mit lokalen Behörden zusammen. Unsere Produktionsstandorte sind zum Teil nach mehreren regionalen Qualitätsstandards zugleich zertifiziert, deshalb ist die unternehmensweite Vernetzung in Qualitätsfragen für uns überaus wichtig. Dank dieser mehrfachen Zertifizierung sind wir flexibel und können Märkte weltweit mit unseren Produkten beliefern; gleichzeitig minimieren wir potenzielle Risiken für das Auftreten potenzieller Versorgungsengpässe.

Um in der Fertigung in allen Regionen die Einhaltung der festgelegten Qualitätslevels und der gesetzlichen Vorschriften zu sichern, haben wir weltweit ähnliche Prozesse etabliert. So können wir die Einhaltung von Mindeststandards für Richtlinien und Verfahren der Qualitätsmanagementsysteme aller Produktionsstätten von Fresenius Medical Care sicherstellen. Darüber hinaus wollen wir im kommenden Geschäftsjahr die Abläufe unserer internen Audits im Qualitätsmanagement noch stärker vereinheitlichen.

Mit weltweiter „FOSY“-Initiative Qualität und Effizienz verbessern

Im Berichtsjahr haben wir die weltweite Initiative „FOSY“ in unseren Regionen vorangetrieben. FOSY steht für Fresenius Operating System. Dabei handelt es sich um eine Managementphilosophie, auf deren Basis wir die Qualität in der Produktion erhöhen, Kosten senken, Vorlaufzeiten verkürzen und damit die betriebliche Effizienz steigern wollen. Im Berichtsjahr haben wir alle operativen Einheiten und das Qualitätsmanagement durch FOSY erfasst; die Bereiche GMO Finanzen und GMO Verwaltung werden 2013 folgen. FOSY basiert auf den effizienten Prozessen des Lean Management und auf der Prozesskontrolle der Six-Sigma-Methode, geht jedoch wesentlich weiter. Die folgenden vier Grundsätze der Philosophie leiten uns:

  • Die Kundenbedürfnisse und die Qualität stehen an erster Stelle.
  • Wir stützen uns ausschließlich auf stabile Geschäftsprozesse.
  • Bei allen operativen Tätigkeiten gilt das „just in time“-Prinzip.
  • Wir sorgen für einen effizienten Fluss von Informationen, Material und Prozessen.

Um die Effizienz- und Qualitätsziele von FOSY zu erreichen, durchlaufen die Mitarbeiter entsprechende Trainings, beispielsweise nehmen sie an Verbesserungsworkshops, sogenannten Kaizen-Events teil.

Strategischer Einkauf und Materialwirtschaft weiter vernetzt

Im strategischen Einkauf wird es zunehmend wichtiger, neben der regionalen auch die weltweite Entwicklung der Beschaffungsmärkte und deren Währungen genau zu beobachten. Nur so können wir beim Erwerb von Rohstoffen und Komponenten für unsere Produktion von internationalen Preisvorteilen profitieren und Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten ausgleichen. Die Mitarbeiter des strategischen Einkaufs in Europa, den USA und in Asien stimmen deshalb die Beschaffungsstrategie eng miteinander ab und bauen das wettbewerbsfähige und global ausgewogene Lieferantennetzwerk weiter aus. Die wesentlichen Ziele: die Versorgung mit Rohstoffen aus verschiedenen Währungsräumen sicherzustellen und unsere Beziehungen zu den wichtigsten Lieferanten des Unternehmens möglichst effektiv zu steuern.

Sichern einer effizienten und flexiblen Rohstoffversorgung

Ausschreibungen und Verhandlungen über den Bezug von Rohstoffen oder Komponenten, die von mehr als einem Standort benötigt werden, koordinieren wir zentral in überregionalen Projektteams. Damit wir Produkte unternehmensweit je nach Bedarf an mehreren Standorten fertigen können, gehen wir weiterhin Partnerschaften mit Lieferanten ein, die Komponenten in dauerhaft hoher Qualität liefern. Dabei müssen sie strenge Produktvorgaben erfüllen sowie die Grundsätze unseres Codes of Conduct einhalten. Dazu zählen auch multinational ausgerichtete Zulieferer, die in mehr als einer Region Rohmaterialien produzieren und liefern können.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen an den Finanz- und den realen Märkten gehen wir davon aus, dass gewisse Preisschwankungen trotz einer kurz- bis mittelfristigen Entspannung der Rohstoffmärkte bestehen bleiben. Im Berichtsjahr haben wir daher unser Instrumentarium der Marktbearbeitung unter anderem darauf ausgerichtet, uns noch enger mit unseren strategischen Partnern zu vernetzen und unser Lieferantenportfolio noch stärker zu diversifizieren.

Steuerung der unternehmensweit wichtigsten Lieferantenbeziehungen

Unsere Beschaffungsstrategie ist darauf ausgerichtet, qualitativ hochwertige Fertigungsmaterialien und -komponenten innerhalb einer partnerschaftlichen, auf Dauer angelegten Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten zu optimalen wirtschaftlichen Bedingungen zu beziehen. Wir wählen unsere Zulieferer sehr sorgfältig nach Eignung und Leistungsfähigkeit aus und entwickeln gemeinsam mit wichtigen Lieferanten innovative Produkte und Verfahren. Gleichzeitig vermeiden wir Risiken bei unserer Versorgung mit Rohstoffen, etwa indem wir dafür sorgen, dass wir bei Kernmaterialien oder -komponenten nicht von einem oder wenigen Lieferanten abhängig sind. Ein umfassendes Risikomanagement ermöglicht uns, unsere Versorgung mit Komponenten und Rohstoffen sowie die Beziehungen zu strategischen Lieferanten regionenübergreifend anhand von einheitlichen Kriterien zu überwachen und so mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Zu diesen Kriterien gehören eine gleichbleibend hohe Lieferqualität, die kurz-, mittel- und langfristige Lieferverfügbarkeit, Währungsrisiken sowie die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir weitere Prognose- und Analyseinstrumente einführen, um mögliche Beschaffungsrisiken noch weiter minimieren zu können.

Supply Chain Management in den Regionen

In Nordamerika steuert GMO die gesamte Lieferkette, von der Verteilung der Rohmaterialien an die produzierenden Werke bis zur Lieferung der fertigen Produkte an unsere Kunden. In den anderen Regionen ist GMO nur bis zur Auslieferung der fertigen Produkte an unsere zentralen Verteilzentren zuständig; die weiteren Stufen der Lieferkette verantworten die Regionen eigenständig.

Planungssystem für Bedarfsermittlung und Lagerhaltung erweitert

Im Berichtsjahr haben wir die Zusammenarbeit zwischen GMO, unseren regionalen Supply Chain Management-Teams sowie dem Vertrieb und Marketing noch verstärkt. Dadurch konnten wir die Produktionskapazität und Lagerhaltung stärker auf die mittelfristige Bedarfsentwicklung abstimmen. Darüber hinaus haben wir unser Planungssystem für die Bedarfsermittlung und Lagerhaltung bei unseren wichtigsten Einwegprodukten stetig erweitert: War das System zunächst auf Blutschlauchsysteme begrenzt, ist es mittlerweile auch für Dialyselösungen, Trockenkonzentrate und Dialysatoren nutzbar. Dank des Systems können wir für diese Produkte inzwischen alle Aufgaben entlang der Lieferkette für alle Regionen und Standorte im Segment International zentral steuern und planen. Eine besondere Verteilungslogik sorgt dafür, dass Produktionsaufträge bei gleichen Produkten und Herstellverfahren effizient unter den jeweiligen Produktionswerken aufgeteilt werden.

Automatisierte Nachschubsteuerung in weiteren Ländern eingeführt

Unser System für die Bedarfsermittlung und Lagerhaltung basiert auf der Initiative SCALE (Supply Chain Alignment EMEALA). Wir setzen dieses Programm Schritt für Schritt in der Region EMEALA (Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika) um. SCALE umfasst zahlreiche Maßnahmen, mit denen wir die Flexibilität, Servicequalität und Wirtschaftlichkeit des Lieferkettenmanagements erhöhen und vereinheitlichen. Im Jahr 2012 haben wir die automatisierte Nachschubsteuerung in weiteren Landeslagern eingeführt, unter anderem in der Schweiz, in der Türkei und in Russland; damit haben wir insgesamt bereits 15 Länder in der Region EMEA an das System angebunden. Die Nachschubsteuerung sorgt dafür, dass unsere Landeslager mit Waren aufgefüllt werden, wenn ihr Bestand eine zuvor festgelegte Untergrenze erreicht hat. Für 2013 ist die Anbindung unserer Tochtergesellschaft in Serbien an das System geplant.

Neue Prozesse schaffen Transparenz

Unsere Produktion von Hämodialysemaschinen in Schweinfurt für die Region EMEALA ist seit Dezember 2011 ebenfalls in die Prozesse eingebunden, die wir im Rahmen des SCALE-Projekts entwickelt haben. Anders als bei den Einwegartikeln löst hier jedoch nicht die Bedarfsplanung automatisch einen Produktionsauftrag aus („make to stock“), sondern erst ein Kundenauftrag, nach dessen Spezifikationen das Gerät konfiguriert wird („make to order“). Dank der Transparenz, die der neue Prozess schafft, hat sich die Lieferfähigkeit unseres Werks erhöht.

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