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Unser Geschäft mit
Dialyse­dienst­leistungen

Unser Geschäft mit
Dialyse­dienst­leistungen

Unsere einzigartige Erfahrung als Anbieter sowohl von Dialysedienstleistungen als auch von Dialyseprodukten macht uns zu einem geschätzten Partner im Gesundheitswesen. Der direkte Austausch mit Patienten, Ärzten und Dialysefachkräften hilft uns dabei, unsere Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und dabei die Bedürfnisse unserer Anspruchsgruppen im Blick zu behalten.

Umfassende Behandlung mit unseren Marken Nephrocare und Ultracare

Die umfassende Versorgung von chronisch Nierenkranken ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, die bestmögliche Behandlungsqualität zu erreichen. Wir berücksichtigen bei der Behandlung alle Aspekte: vom Gefäßzugang am Arm des Patienten über eine qualitativ hochwertige Dialysebehandlung bis hin zu individuellen Ernährungsprogrammen und ergänzenden Serviceangeboten. Mit den Marken UltraCare in Nordamerika sowie NephroCare in den Regionen Europa, Naher Osten, Afrika, Lateinamerika (EMEALA) und Asien-Pazifik haben wir ein umfassendes Therapiekonzept zum Standard in unseren Kliniken und bei der Heimdialyse gemacht. Damit wollen wir die Lebensqualität des Patienten nachhaltig verbessern und die Kosten für die Gesundheitssysteme eindämmen.

Unser Therapiekonzept basiert auf den folgenden Prinzipien:

  • Wir setzen in unseren Kliniken und bei der Betreuung von Heimdialyse-Patienten die unternehmenseigenen hochwertigen Produkte, Medikamente und Verfahren ein; diese werden von unserer Forschung und Entwicklung stetig weiterentwickelt.
  • Wir bieten unseren Patienten eine umfassende Therapie und medizinische Beratung durch qualifizierte, motivierte Klinikmitarbeiter und Ärzte.
  • Wir schaffen in unseren Dialysezentren eine sichere und angenehme Atmosphäre für Patienten und Mitarbeiter.
  • Wir steigern systematisch unsere Leistung und Effizienz, indem wir nach externen und internen Qualitätsstandards arbeiten und unsere Kliniken professionell führen. Darüber hinaus gewinnen wir wichtige Erkenntnisse, indem wir fortlaufend in unseren eigenen Kliniken Behandlungsdaten analysieren und bewerten.

Entsprechend diesen Prinzipien gelten für unsere Dialysekliniken besondere Standards, zum Beispiel für die Pflege der Patienten, die Hygiene im Klinikalltag, die Architektur unserer Einrichtungen und die Wasserreinheit bei der Behandlung. Da wir unsere Patienten umfassend betreuen, unterstützen in vielen Dialysezentren Ernährungsspezialisten und Sozialpädagogen unsere Teams aus Ärzten und Dialysefachkräften. Für die Beratung rund um das Leben mit der Dialyse erstellen wir zudem eigene Aufklärungsmaterialien wie Filme oder Patientenzeitschriften.

In Nordamerika fördern verschiedene interne Beiräte die Weiterentwicklung unserer Standards und Services. Ein Beirat für Sozialarbeit befasst sich beispielsweise mit psychosozialen Belangen der Patienten und konzipiert Fortbildungsprogramme für unsere Sozialpädagogen; ein Gremium für Dialyseschwestern und -pfleger entwickelt Richtlinien und Verfahren für den Klinikalltag weiter. Medizinische Beiräte unterstützen uns bei der Zusammenarbeit mit Nierenfachärzten, um die bestmöglichen Behandlungsergebnisse für unsere Patienten zu erzielen. Der Patientenbeirat berät uns unter anderem dabei, wie wir gesundheitliche Aufklärungsmaterialien noch anschaulicher gestalten können. Auch im Segment International pflegen wir den direkten Dialog mit unseren Patienten, um unsere Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern, etwa über regelmäßige Befragungen oder im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Gespräch am Runden Tisch“. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr das EMEALA Medical Board gegründet. Es berät uns bei der Entwicklung unserer medizinischen und wissenschaftlichen Strategie für die Region EMEALA.

Qualitätsziele erfolgreich umgesetzt

Wie erfolgreich wir das Markenversprechen unserer Therapiekonzepte NephroCare und UltraCare einhalten, messen und vergleichen wir in den einzelnen Kliniken ebenso wie auf regionaler Ebene anhand bestimmter Leistungsindikatoren, die unter anderem in den Kennzahlensystemen „NephroCare Balanced Scorecard“ und „UltraScore“ festgelegt sind. Diese umfassen – neben branchenrelevanten klinischen Richtwerten siehe Tabelle 2.7.1 – auch unternehmenseigene Qualitätsziele. In den USA zeichnen wir jährlich die Dialysezentren, die unsere Leistungsziele am besten erfüllen, mit dem Preis „UltraCare Center of Excellence Award“ aus. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) vergeben wir jährlich den NephroCare Award in sieben verschiedenen Kategorien an das Management unserer leistungsstärksten Länder, um überragende klinische und betriebliche Exzellenz zu honorieren.

T. 2.7.1

Qualitätsdaten

jeweils bezogen auf das letzte Quartal des Jahres, in %
             
  Beschreibung Mögliche Auswirkungen USA Europa/Naher Osten/Afrika Asien-Pazifik1
      2012 2011 2012 2011 2012 2011
1Inklusive der Daten des Dialysedienstleisters Jiate in Taiwan und auf den Philippinen. 2Internationaler Standard BCR CRM470.
Werte basierend auf:
- KDOQI-Richtlinien (Kidney Disease Outcomes Quality Initiative) aus den USA.
- EBPG-Standard (European Best Practice Guidelines) aus Europa.
- KDIGO-Richtlinien (Kidney Disease: Improving Global Outcomes), eine noch junge weltweite Initiative, deren Bedeutung aber zunimmt.
Kt/V > 1,2 Wirkungsgrad der Dialyse: erfasst, wie gut ein Patient entgiftet wurde Erhöhte Anzahl an Krankenhaustagen; erhöhte Mortalität 97 97 97 95 97 97
Hämoglobin = 10-12 g/dl
Hämoglobin = 10-13 g/dl
(International)
Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Körper zuständig Ein zu geringer Anteil Hämoglobin im Blut weist auf Blutarmut hin 75
82

78
88

58
78

57
78

59
67

58
66

Calcium 8,4-10,2 mg/dl
Albumin > 3,5 g/dl2
Phosphat < 5,5 mg/dl
Indikator für den Ernährungszustand sowie Mineralhaushalt des Patienten Erhöhte Mortalität 84
85
66
81
85
64
78
86
79
78
88
76
75
89
71
76
90
73
Patienten ohne
Katheter (nach 90 Tagen)
Erfasst die Anzahl der Patienten mit Gefäßzugang Erhöhte Anzahl an Krankenhaustagen 82 82 85 84 94 96
Krankenhaustage
pro Patient
Sind die Folge von Komplikationen durch die Dialysebehandlung Einschränkung der Lebensqualität der Patienten 9,8 9,8 9,3 9,3 4,6 5,2

Klinische Qualitätsdaten nach anerkannten Standards

Unsere Ärzte und das Pflegepersonal richten ihre Arbeit an allgemein anerkannten Qualitätsstandards der Branche aus. Damit haben sie unseren Patienten weltweit auch 2012 eine Behandlungsqualität auf höchstem Niveau geboten, wie Tabelle 2.7.1 anhand der gängigen medizinischen Qualitätsparameter verdeutlicht. Diese erheben wir laufend mittels klinischer Datenmanagementsysteme, die wir anonymisiert auswerten. Wir messen damit die Qualität unserer Dialysebehandlungen, um sie kontinuierlich zu verbessern.

Ob ein Patient bei der Dialyse wirkungsvoll entgiftet wurde, zeigt der Kt/V-Wert. Er gibt Auskunft über den Harnstoffgehalt im Blut. Harnstoff wird von der gesunden Niere größtenteils ausgeschieden, beim Dialysepatienten muss er durch die Nierenersatztherapie aus dem Blut gefiltert werden. Auch 2012 wurde der von allgemeinen Richtlinien und Standards empfohlene Kt/V-Wert von mehr als 1,2 in unseren Kliniken zu fast 100% erreicht.

Darüber hinaus streben wir bei unseren Patienten einen bestimmten Hämoglobin-Wert an. Hämoglobin ist der Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Sauerstoff im Körper transportiert; ein zu geringer Anteil davon im Blut weist auf Blutarmut (Anämie) hin. Diese ist bei Patienten mit chronischem Nierenversagen typisch und wird begleitend zur Dialyse mit Eisenpräparaten und dem Hormonpräparat Erythropoietin (EPO) behandelt.

Auf den allgemeinen Ernährungszustand eines Patienten lässt der Albuminwert im Blut schließen. Der Phosphatwert ist ein Indikator dafür, ob die Therapie des Patienten mittels Dialyse und Medikamenten ausreicht, um über die Nahrung aufgenommenes Phosphat im Körper zu binden. Bei gesunden Menschen wird überschüssiges Phosphat von der Niere ausgeschieden; eine kranke Niere kann das nicht leisten. Ein zu hoher Phosphatgehalt im Blut kann unter anderem zu Knochenerkrankungen, Beeinträchtigungen der Nebenschilddrüse und Gefäßverkalkungen führen. Auch die Anzahl der Tage, die Patienten infolge von Komplikationen im Rahmen der Nierenerkrankung in einer Klinik verbringen müssen, ist für uns ein wichtiger Indikator, dessen Wert wir 2012 weiter reduzieren konnten. Krankenhaustage schränken die Lebensqualität der Dialysepatienten erheblich ein und sind zudem sehr kostenintensiv.

Um einen ausreichenden Blutfluss und damit eine möglichst effektive Dialysebehandlung zu erreichen, ist ein dauerhafter Gefäßzugang notwendig. In diesem Zusammenhang erfassen wir die Anzahl der Patienten, bei denen als Gefäßzugang für die Dialysebehandlung kein Hämodialyse-Katheter genutzt wird (siehe Glossar). Hintergrund dafür ist, dass Katheter mit schweren Entzündungen und zusätzlichen Krankenhaustagen in Verbindung gebracht werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der Anteil der Patienten ohne Katheter weiter steigt.

Qualitätsmanagementsysteme werden regelmäßig überprüft

Nicht nur an unseren Produktionsstandorten, sondern auch in unseren Dialysezentren haben wir Qualitätsmanagementsysteme etabliert, deren Anwendung wir regelmäßig extern prüfen lassen. In Europa zum Beispiel übernimmt das der Technische Überwachungsverein TÜV. Die Sachverständigenorganisation kontrolliert in Audits – standardisierten Inspektionen – jährlich unsere Klinikorganisation nach den Normen ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement. In den USA werden unsere Kliniken von den Behörden des staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramms (Centers for Medicare and Medicaid Services – CMS) kontrolliert. Unsere Qualitätsmanagementsysteme überprüfen wir regelmäßig auch in unternehmensinternen Audits; diese werden von Mitarbeitern durchgeführt, die wir eigens dafür aus- und weiterbilden.

Qualitätsbefragungen bringen positive Ergebnisse

Wir führen regelmäßig Patientenbefragungen durch, um herauszufinden, auf welchen Gebieten wir noch besser werden können und in welchen Bereichen wir unsere Dienstleistungen noch erweitern sollten. Am Ende des Berichtsjahres haben wir eine Patientenbefragung in 24 europäischen und lateinamerikanischen Ländern gestartet und mehr als 60.000 Patienten angesprochen. Erste Auswertungen haben ergeben, dass über 95% der Patienten Verwandten oder Freunden ihr Fresenius Medical Care-Dialysezentrum empfehlen würden, sollten diese eine Dialyse benötigen. Sie haben unsere Dienstleistungen als gut oder sehr gut bewertet und fühlen sich von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr gut betreut und informiert.

Auch in Nordamerika führen wir regelmäßig Patientenbefragungen durch. Im Jahr 2012 gab erstmals die staatliche Gesundheitsfürsorge CMS die Inhalte der Patientenzufriedenheitsbefragung vor. Die Befragung wurde von einem unabhängigen Unternehmen durchgeführt, um Geheimhaltung und Anonymität zu sichern.

„NephroCare Excellence“ setzt Maßstäbe in der Behandlungsqualität

Unser Geschäft mit Dialysedienstleistungen ist von einer hohen Vielfalt und Komplexität der Gesundheits- und Vergütungssysteme geprägt. Das ist für uns insbesondere deshalb eine Herausforderung, weil der Eintritt in neue Märkte auf unserer Agenda steht. In manchen Regionen sind wir mit der Errichtung unserer Dialysekliniken die ersten Betreiber, die überhaupt in den Aufbau einer tragfähigen Versorgungsinfrastruktur investieren. Dialysezentren, die wir akquirieren, entsprechen wiederum beim Erwerb möglicherweise noch nicht unseren Qualitäts- und Managementstandards. Diese Standards sind jedoch für die Lebensqualität unserer Patienten, die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und unseren wirtschaftlichen Erfolg entscheidend. Mit dem Programm „NephroCare Excellence“ in der Region EMEALA (Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika) können wir auch unter solch heterogenen Bedingungen erfolgreich tätig sein und stetig weiter wachsen. Das NephroCare-Excellence-Programm definiert mittelfristige und langfristige Qualitäts- und Geschäftsziele für jedes unserer Länder in der Region EMEALA. Die Ziele beziehen sich auf die medizinische Qualität, aber auch auf den Mitarbeitereinsatz und die Mitarbeiterentwicklung, die Steigerung der Effizienz, die Standardisierung von Prozessen und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.

Um die im NephroCare-Excellence-Programm definierten Ziele zu erreichen, stehen unseren Landesorganisationen eine Reihe von Management-Instrumenten zur Verfügung, die wir ständig weiterentwickeln und an sich verändernde Rahmenbedingungen, etwa Neuerungen bei den Erstattungssystemen, anpassen können. Dabei greifen die Landesorganisationen zum Beispiel auf klinische Datenbanken zurück, die wir unternehmensweit einsetzen, und auf Trainings zu unseren Richtlinien für die medizinische Versorgung, die Pflege der Patienten oder die Herstellung hochreinen Wassers für die Behandlung. Berichtssysteme wie die NephroCare Balanced Scorecard, NephroCare Cost Efficiency Benchmarkings sowie Zufriedenheitsbefragungen für Patienten und Mitarbeiter unterstützen die Landesorganisationen bei der Steuerung der Dialysezentren. Die Koordination und kontinuierliche Überwachung der Zielerreichung wird durch ein zentrales NephroCare-Excellence-Programm-Projektteam übernommen.

Im Berichtsjahr haben wir die Dialysezentren in das NephroCare-Excellence-Programm integriert, die durch die Übernahme des Dienstleistungsgeschäfts der Euromedic an Fresenius Medical Care gegangen sind. Darüber hinaus stand 2012 die Überprüfung der landesspezifischen Qualitäts- und Geschäftsziele im Fokus. Darüber hinaus haben im Berichtsjahr unsere zentralen Expertenteams zusammen mit unseren Kliniken neue Management-Instrumente wie den Medical-Peer-Review-Prozess entwickelt. Mit ihm kann das Klinikpersonal für jeden einzelnen Patient die medizinische Behandlungsqualität schnell und einfach nachverfolgen und Handlungsbedarf identifizieren.

Qualitätssicherung mit EuCliD und eCube

Die klinische Datenbank EuCliD (European Clinical Database) wurde in den vergangenen Jahren schrittweise in unseren Dialysezentren eingeführt und stetig weiterentwickelt. Im Berichtsjahr arbeiteten bereits mehr als 500 Dialysezentren in der Region EMEALA (Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika) mit dem System. Mit EuCliD werden für Patienten eines Dialysezentrums bestimmte Qualitätsindikatoren erhoben. Die Daten aller beteiligten Zentren werden zusammengeführt und dann für ein Benchmarking herangezogen. Mit der Datenbank EuCliD können wir mittlerweile auf anonymisierte Behandlungsdaten von 50.000 Patienten und 22 MIO Dialysebehandlungen zurückgreifen. Damit lässt sich die Behandlungsqualität der verschiedenen Dialyseeinrichtungen miteinander vergleichen und unsere Zentren können ihre eigene Qualität kontinuierlich sichern und steigern.

Im nordamerikanischen Markt nutzen wir das internetbasierte klinische Informationssystem eCube Clinical. Im Jahr 2012 konnten wir damit auf anonymisierte klinische Daten von knapp 54.000 Dialysepatienten aus 672 unserer eigenen Kliniken zurückgreifen. Diese umfangreiche Datenbasis versorgt Klinikpersonal und Ärzte mit wichtigen Informationen und ermöglicht uns ebenfalls eine detaillierte Analyse der Behandlungsqualität.

Zertifizierte Organisation für Patientensicherheit weiter ausgebaut

Fresenius Medical Care North America hat im Berichtsjahr seine von der US-amerikanischen Agentur für Forschung und Qualität im Gesundheitswesen zertifizierte „Patient Safety Organization“ (PSO – deutsch: Patientensicherheitsorganisation) weiter ausgebaut. Ziel von PSOs ist generell die Verbesserung der Patientensicherheit und der Qualität im Gesundheitswesen und somit die Reduzierung von Fehlern oder Zwischenfällen, die das Leben von Patienten gefährden können. Dazu schaffen PSOs einen Rahmen, sodass Ärzte und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen freiwillig und vertraulich Informationen über solche Ereignisse an die PSO melden können. Die PSO stellt diese Daten Anbietern im Gesundheitswesen innerhalb eines festgelegten Rahmens zur Verfügung, damit diese die Risiken bei der Patientenversorgung kennen und minimieren können. Denn selbst in unserem gut austarierten System aus kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen, qualifizierten und engagierten Mitarbeitern sowie strukturierten klinischen Prozessen passieren Fehler – die jedoch behoben werden können, wenn die entsprechenden Kommunikationskanäle zur Verfügung stehen. Alle Mitarbeiter in unseren Kliniken in den USA melden deshalb kritische Vorfälle über ein internes PSO-Analysesystem. Fehlerträchtige Abläufe passen wir an und schulen unsere Mitarbeiter und Patienten, um diese Abläufe zu optimieren.

Service für Patienten und Partner

Ein ganzheitliches Verständnis von Qualität – das bedeutet für Fresenius Medical Care, dass wir Patienten auch über die Versorgung mit Dialyseprodukten und -dienstleistungen hinaus bestmöglich betreuen möchten. Unser Kernangebot als Dialyseunternehmen ergänzen wir deshalb durch Zusatzangebote wie die Beratung für Patienten und Partner im Gesundheitswesen sowie weitere Services.

Beratung für Patienten wirkt sich erheblich auf den Behandlungserfolg aus

Je umfassender ein Nierenpatient über seine Krankheit und die Möglichkeiten, die er hat, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, informiert ist, desto besser sind die Behandlungsergebnisse. Deshalb legt Fresenius Medical Care großen Wert auf eine intensive gesundheitliche Beratung und Schulung der Dialysepatienten. Dazu gehört zum Beispiel die Aufklärungsserie „Thrive! with UltraCare“ (auf Deutsch etwa „Gut leben mit UltraCare“). In dieser Reihe von Videos und Hörspielen sprechen Dialysepatienten über Themen, die vielen Patienten Schwierigkeiten bereiten, aber auf den Behandlungserfolg einen erheblichen Einfluss haben. Unsere Patienten in den USA können sich die Thrive!-Materialien in den Kliniken oder zu Hause mit ihren Familien ansehen oder anhören. Mit den Trainingsmodulen des Programms sollen auch unsere Klinikmitarbeiter dabei unterstützt werden, sich besser in die Patienten hineinzuversetzen, um noch stärker auf deren Bedürfnisse eingehen und sie dadurch zur noch disziplinierteren Einhaltung ihres Therapieplans motivieren zu können.

Beratungsprogramme für Dialysepatienten weiterentwickelt

An Patienten mit Vorstufen des chronischen Nierenversagens richtet sich unser Treatment Options Program (TOPs – auf Deutsch etwa „Programm zu Behandlungsmöglichkeiten“). Wir bieten es in den USA kostenlos auf Englisch und Spanisch an, um die Patienten und ihre Familien über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beim chronischen Nierenversagen aufzuklären – von der Hämodialyse-Behandlung in der Klinik über die Peritonealdialyse-Therapie zu Hause bis hin zur Nierentransplantation. Von September 2006 bis Juni 2012 haben wir mit TOPs bereits 73.500 Patienten geschult. Weitere Informationen zu TOP finden Sie im Internet unter www.ultracare-dialysis.com. Im Segment International nutzen wir das Programm Kidney Options, um Patienten eine erste Orientierung zum Verlauf des chronischen Nierenversagens und zu Therapieoptionen zu geben. Inzwischen ist die Aufklärungsserie in 25 Sprachen verfügbar und wird weltweit in mehr als 40 Ländern eingesetzt.

Insbesondere die erste Phase der Therapie ist für Dialysepatienten häufig schwierig: Der Lebensalltag ändert sich entscheidend; sie müssen die Zeit für eine mehrstündige Behandlung mehrmals in der Woche einplanen; die Auswahl an Speisen, die sie zu sich nehmen dürfen, ist eingeschränkt. Täglich müssen sie zahlreiche Medikamente einnehmen und das bei stark reduzierter Trinkmenge. Vielen Patienten fällt es schwer, die notwendige Disziplin für diesen Behandlungsplan aufzubringen, insbesondere dann, wenn sie wenig über ihre Krankheit wissen. Um sie gerade in dieser schwierigen Phase auch über ihren Besuch in unserer Klinik hinaus zu betreuen, bietet Fresenius Medical Care in Nordamerika das Programm RightStart an. Im Berichtsjahr haben wir zusätzliche Informationsmaterialen im Rahmen dieses Programms eingeführt, die neuen Dialysepatienten den bestmöglichen Start in ein Leben mit der Dialyse aufzeigen sollen. Darüber hinaus erhalten Dialysepatienten während der ersten Monate ihrer Behandlung einen wöchentlichen Besuch oder Anruf von einer Dialysefachkraft. Sie informiert den Patienten umfassend über den Krankheits- und Behandlungsverlauf, die Bedeutung eines hochwertigen Gefäßzugangs, eine gesunde Ernährung und besondere Behandlungsanforderungen, beispielsweise wenn der Patient außerdem an Diabetes leidet. Sie beantwortet Fragen des Patienten und arbeitet eng mit dem Team der Dialyseklinik zusammen. RightStart unterstützt die Klinikteams dabei, die Lebensqualität der Patienten in der kritischen ersten Therapiephase zu verbessern und zugleich deren Selbstbewusstsein zu stärken. Der Hintergrund: Patienten tragen selbst erheblich zu ihrem Behandlungserfolg bei, wenn sie fundierte Informationsangebote nutzen und bewusst Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen.

In der Region EMEALA bieten wir seit 2012 ebenfalls ein umfassendes Einführungsprogramm für Patienten in unseren Dialysezentren an, das sogenannte „Patient Introduction Package“. Es soll Patienten den Start in ein Leben mit der Dialyse erleichtern und sie umfassend und individuell informieren.

Es ist wichtig, dass die Pflege der Patienten auch dann konsistent ist, wenn sie ins Krankenhaus müssen. Oft jedoch verschlechtern sich die biochemischen und physikalischen Parameter selbst bei sehr kurzen Krankenhausaufenthalten erheblich. Jeder dritte Dialysepatient muss nach einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt innerhalb von 30 Tagen zurück in die Klinik. Fresenius Medical Care hat daher für Patienten in Nordamerika, die nach einem Krankenhausaufenthalt wieder in ein ambulantes Dialysezentrum kommen, das Programm RightReturn entwickelt. RightReturn soll durch eine bessere Kommunikation zwischen den Pflegeteams sowie ständige Kontrollen des Hämoglobinwerts und des Trockengewichts der Dialysepatienten ihren Gesundheitszustand stabil halten.

Weitere Patientenprogramme für Heimtherapien gestartet

Neben ganzheitlichen Behandlungskonzepten für unsere Patienten in Dialysezentren bieten wir verschiedene Heimdialyse-Konzepte an.

Für den nordamerikanischen Markt haben wir mit UltraCare at home ein Heimdialyse-Programm entwickelt, das neben einer optimalen Versorgung mit unseren Produkten ergänzende Serviceleistungen anbietet, um den Therapieerfolg zu Hause zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise die kontinuierliche Weiterbildung und Unterstützung unserer Patienten und deren Partner durch Ärzte, Ernährungsberater, Sozialarbeiter und andere Mitglieder des betreuenden Dialyseteams, die technische Unterstützung sowie der ständige Zugang zum betreuenden Dialysezentrum. Um unseren Heimdialyse-Patienten die höchstmögliche Sicherheit zu bieten, haben wir 2012 ein besonders leistungsfähiges Monitoring-System eingeführt, das Vitalfunktionen und Daten aus dem Dialysegerät täglich an das betreuende Dialyseteam weiterleitet und Auffälligkeiten sofort meldet. Damit erhöht sich das Sicherheitsgefühl der Patienten und Therapien können noch besser individuell angepasst werden.

In der Region EMEALA haben wir unter dem Markennamen P³ ein ganzheitliches Behandlungskonzept speziell für die Peritonealdialyse entwickelt. P3 ist auf die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten ausgerichtet und begleitet Pflegepersonal, Ärzte und Patienten Schritt für Schritt bei der Therapie. Durch das P³-Programm können wir die medizinischen Parameter der PD noch individueller auf die Bedürfnisse der Patienten abstimmen, damit deren Dialysebehandlung zu Hause die bestmöglichen Erfolge erzielt.

Schulungsprogramme in Asien, Afrika und dem Nahen Osten intensiviert

In der komplexen – und vergleichsweise jungen – medizinischen Disziplin der Dialyse sind kontinuierliche Schulungsangebote für Ärzte und Pflegepersonal ebenso wichtig wie die Beratung der Patienten. Im Rahmen des Advanced Renal Education Program (AREP), unseres internetbasierten Weiterbildungsprogramms in den USA zu Themen rund um die Behandlung und Pflege von Dialysepatienten, bieten wir ganz- und halbtägige Seminare für Nephrologen sowie E-Learning-Kurse für Ärzte und Pflegepersonal an. Verstärkt schulen wir auch Ärzte in Asien, Afrika und dem Nahen Osten zu Qualitätsthemen in der Dialyse. Dort werden Behandlungsstandards zum Teil noch entwickelt, sodass die Nachfrage nach einer professionellen Beratung entsprechend groß ist. Weltweit organisiert Fresenius Medical Care außerdem Fachtagungen, Vorträge und Workshops gemeinsam mit internationalen Experten der Nierenheilkunde.

Weitere Serviceangebote erleichtern Dialysepatienten den Alltag

Neben unseren Beratungs-, Aufklärungs- und Schulungsprogrammen bieten wir eine Reihe weiterer Dienstleistungen an. Ein Beispiel ist unser interner Apothekenservice, Fresenius Rx, in den USA. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt von Fresenius Rx auf der Bereitstellung pharmazeutischer Komplettdienstleistungen für unsere Patienten. Im Jahr 2012 richteten wir den Fokus unseres Angebots auf Nierenerkrankungen mit dem Ziel, in diesem Bereich die landesweit führende Apotheke zu werden. Durch diese Neuausrichtung kann Fresenius Rx sein Fachwissen optimal einsetzen, um Ärzte und Patienten bei der Behandlung von Nierenerkrankungen zu unterstützen. Mit Fresenius Rx haben wir im Berichtsjahr das Programm „Strong Bones, Healthy Heart“ für den optimalen Mineralstoffwechsel der Knochen neu aufgelegt. Hauptziel dieser Initiative ist, die klinischen Ergebnisse von Dialysepatienten zu verbessern, indem der spezialisierte Apothekenservice einbezogen wird. Außerdem wollen wir uns damit auf die zu erwartenden Änderungen bei der Erstattung der Kosten für Medikamente für den Knochenmineralstoffwechsel im Jahr 2016 vorbereiten.

Dialysepatienten sind meist nur sehr eingeschränkt mobil, da sie auf ihre Dialysebehandlung, die mehrmals pro Woche stattfindet, angewiesen sind. Um ihnen trotzdem unkompliziert einen Urlaub oder eine Geschäftsreise zu ermöglichen, bietet Holiday Dialysis International als Unternehmen von Fresenius Medical Care einen kostenlosen Buchungsservice für Dialysepatienten an, sodass sie in vielen Ländern der Welt in Kliniken behandelt werden können. Patienten in Nordamerika hilft der „Patient Travel Service“ bei der Planung und Buchung von Dialysebehandlungen auf Reisen in den USA und Puerto Rico.

Dialysedienstleistungen in Krisensituationen verstärkt

Um auch bei extremen Witterungsverhältnissen wie schweren Stürmen oder Fluten die lebenserhaltende Dialysebehandlung für Patienten fortzuführen, werden in den betroffenen Regionen professionelle Noteinsatzteams von Fresenius Medical Care aktiv. Ihre Aufgabe ist, Patienten und Mitarbeiter in Notfallsituationen, zum Beispiel bei Naturkatastrophen oder Pandemien, zu schützen und die Patienten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen bestmöglich zu versorgen sowie den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Im Berichtsjahr hat insbesondere das Krisenmanagement-Team in Asien-Pazifik seine Prozesse und Infrastruktur weiter optimiert und ist damit nach den Erfahrungen in den vorangegangenen Jahren noch besser auf eventuelle neue Ereignisse vorbereitet.

In Nordamerika übernimmt ein übergeordneter Krisenstab (Incident Command Center) von Fresenius Medical Care die Koordination von Krisenteams (Emergency Task Force) bei Noteinsätzen, beispielsweise während der Hurrikan-Saison. Dieser Krisenstab steht in engem Kontakt mit dem US- weiten Krisennetzwerk Kidney Community Emergency Response Coalition (KCER), einem Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Einrichtungen – etwa Patienten- und Berufsverbänden in der Nierenheilkunde, Dialyseanbietern, Krankenhäusern sowie Behörden wie der Zulassungsstelle für Lebensmittel und Medikamente FDA und den Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS). Durch die Zusammenarbeit mit KCER können wir unser Krisenmanagement bei Bedarf auch eng mit den Aktivitäten staatlicher Einrichtungen koordinieren, etwa mit denen der Federal Emergency Management Agency (FEMA), einer nationalen Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe, und des Heimatschutzministeriums (United States Department of Homeland Security), dem die FEMA unterstellt ist.

Notfallhilfe in den USA und in Italien sichergestellt

Im Juni 2012 waren die Krisenteams während der schweren Unwetter in weiten Teilen Nordamerikas im Einsatz. Stromausfälle sowie die mangelnde Wasser- und Gasversorgung stellten für mehr als 71.000 Dialysepatienten in der Region eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung dar. Auch während des Hurrikans Isaac im August und des Hurrikans Sandy, der im Oktober 2012 an der US- Ostküste große Schäden anrichtete und Auswirkungen auf insgesamt 230 unserer Dialysekliniken hatte, waren unsere Einsatzteams gefragt: Sie konnten in kürzester Zeit betroffene Dialysezentren und Heimdialyse-Patienten mit Wasser, Generatoren, Lebensmitteln und Medikamenten versorgen und damit die durchgängige Behandlung aller Dialysepatienten von Fresenius Medical Care sicherstellen.

In Italien erschütterte ein schweres Erdbeben im Mai 2012 die Provinz Emilia Romagna. Auch hier konnte Fresenius Medical Care auf ein Krisenmanagementsystem zurückgreifen: Mehr als 200 Dialysegeräte haben wir innerhalb kurzer Zeit nach Italien geliefert, dort installiert und so die Versorgung der Dialysepatienten sichergestellt.

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