Seiteninhalte

Prognosebericht

Prognosebericht

Nachdem wir im vergangenen Geschäftsjahr erneut unsere Ziele erreicht haben, erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2013 eine positive Geschäftsentwicklung. Wir sehen uns auf einem guten Weg, unseren nachhaltigen Wachstumskurs auch in den folgenden Jahren fortzusetzen.

Geschäftspolitik

Fresenius Medical Care ist Weltmarktführer in der Dialyse. Wir wollen diese Position in den kommenden Jahren festigen und wenn möglich weiter ausbauen. Wir beabsichtigen, unser vertikal integriertes Geschäftsmodell beizubehalten; wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik sind nicht vorgesehen. Bereits im Jahr 2005 hatten wir unsere langfristige Wachstumsstrategie formuliert, die wir in ihren Grundzügen auch weiterhin verfolgen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie im Abschnitt „Unternehmensstrategie“.

Weltweites Wirtschaftswachstum stabilisiert sich

Nach einem Jahr mit reduzierter Wachstumsdynamik ist für das Jahr 2013 mit einer Stabilisierung der Weltwirtschaft zu rechnen. Die hohen Staatsverschuldungen vieler Länder wirken allerdings weiterhin dämpfend auf die weltweite Nachfrage. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 weltweit um etwa 3,4% zunehmen, nach einem Plus von 3,2% im Jahr 2012.

Auch in 2013 wird die Belebung der Wirtschaft von den Schwellenländern getragen

In den USA ist mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung zu rechnen, basierend auf einer verminderten Arbeitslosigkeit und damit einhergehend erhöhter Inlandsnachfrage. Belastend wirken Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen.

In der Gesamtbetrachtung des Euroraums ist von einer langsamen Wachstumsdynamik auszugehen. Die schwache Wirtschaftslage in den südlichen Peripherieländern wirkt der positiven Entwicklung in den nördlichen Kernländern wie Deutschland entgegen.

In der Region Asien sind die größten Wachstumsimpulse wie in den Vorjahren von den Schwellenländern, insbesondere China und Indien zu erwarten.

In Lateinamerika ist auch im Jahr 2013 mit einem Anstieg der Konjunktur zu rechnen, hauptsächlich getragen von der Binnennachfrage.

T. 2.12.1

Reales Bruttoinlandsprodukt und Verbraucherpreise

erwartete Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
 
  Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise
  2012 2013 2012 2013
Quelle: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, „Weltkonjunktur im Winter 2012" 18. Dezember 2012; Monatsberichte der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank
USA 2,2 1,5 2,1 2,1
Deutschland 0,7 0,3 2,0 2,0
Euro-Raum -0,5 -0,2 2,5 1,9
Europäische Union -0,3 0,1 2,5 2,0
Neue EU-Mitgliedsländer 0,9 1,3 3,8 3,0
Russland 4,5 3,8 5,5 5,5
Japan 2,0 0,5 -0,2 -0,3
China 7,8 8,0 2,6 2,5
Indien 3,8 6,5 9,1 8,5
Asien 6,6 7,3 4,3 4,2
Lateinamerika 2,9 3,8 6,2 5,6

Weltweit

3,2 3,4 4,6 4,2

Der Dialysemarkt wächst weiter

Fresenius Medical Care erwartet für das Geschäftsjahr 2013 einen Anstieg der weltweiten Patientenzahlen von etwa 6%. Dabei werden die zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede voraussichtlich unverändert bestehen bleiben: Für die USA, Japan, West- und Mitteleuropa rechnen wir mit Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten von etwa 2 bis 4%. In diesen Regionen ist die Prävalenz der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung, zumeist der Dialyse, sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen liegen die Zuwachsraten noch deutlich höher – bei bis zu 10% – in einzelnen Ländern sogar noch darüber. Auch in den nächsten Jahren erwarten wir einen ungebrochenen Trend hin zu steigenden Patientenzahlen; siehe Grafik 2.12.3.

T. 2.12.2

Erwartetes Wachstum der Patientenzahlen in 20131

 
 
  Veränderung
1Interne Schätzung.
Nordamerika ~5%
USA ~4%
Europa/Naher Osten/Afrika ~4%
EU ~2%
Asien-Pazifik ~10%
Japan ~2%
Lateinamerika ~6%

Weltweit

~6%
Erwartetes Wachstum der Patientenzahlen in 2013

Nicht zuletzt tragen demografische Faktoren zu weiter wachsenden Dialysemärkten bei, unter anderem die älter werdende Bevölkerung und die steigende Zahl von Menschen, die an Diabetes und Bluthochdruck leiden – Erkrankungen, die dem terminalen Nierenversagen häufig vorausgehen. Zudem steigt die Lebenserwartung von Dialysepatienten dank der sich stetig weiter verbessernden Behandlungsqualität und des auch in den Entwicklungsländern steigenden Lebensstandards.

Infolge der erwarteten unterschiedlichen Wachstumsraten wird in Zukunft ein höherer Anteil der Dialysepatienten in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika behandelt werden. Hierin offenbart sich das große Potenzial für das gesamte Spektrum der Dialysedienstleistungen und -produkte, da mehr als 80% der Weltbevölkerung in diesen Regionen lebt.

Hinsichtlich der Behandlungsmodalitäten erwarten wir keine wesentlichen Änderungen. Die Hämodialyse wird auch in Zukunft mit rund 89% die vorherrschende Behandlungsmethode sein. Die Peritonealdialyse wird die Behandlungsart der Wahl für rund 11% aller Dialysepatienten bleiben.

Das Volumen des weltweiten Dialysemarktes, das im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen etwa 75 MRD US$ betrug, wird sich nach unseren Erwartungen jährlich um etwa 4% erhöhen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wechselkursrelationen im Prognosezeitraum stabil bleiben. Damit könnte sich das Volumen des Dialysemarktes bis zum Jahr 2013 auf etwa 78 MRD US$ belaufen.

Wachstums- und künftige Absatzmärkte

In den wesentlichen Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens sind wir im Produktgeschäft bereits seit einigen Jahren mit eigenen Vertriebsorganisationen vertreten und nehmen hier führende Marktpositionen ein. Kleinere Märkte bedienen wir über Distributoren. Wir wollen unser lokales Produktangebot und die lokale Produktion auch künftig ausweiten. Akquisitionen können uns ebenfalls dabei unterstützen, unser Produktgeschäft zu stärken. Zugleich nutzen wir Akquisitionen, um unser Kliniknetz in diesen Regionen auszubauen. In China haben wir im Jahr 2012 sowohl unser Produktgeschäft als auch unsere Kooperationen mit Krankenhäusern auf dem Gebiet der Dialysedienstleistungen erneut stark erweitert und beabsichtigen, dies auch in den folgenden Jahren fortzusetzen. Daneben haben wir im Rahmen eines Pilotprojektes Mitte 2012 ein eigenes Dialysezentrums in der chinesischen Provinz Jiangsu eröffnet. Neben China wird in der Region Asien zunehmend auch der indische Markt interessant. Hier sind wir seit den 1990er Jahren über Distributoren auf dem Produktmarkt vertreten. Darüber hinaus planen wir bis 2015 insgesamt 30 eigene Dialysezentren in Indien zu eröffnen. Die regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden in Indien fördern auch das Modell der Public Private Partnerships (PPP). Daher beabsichtigen wir außerdem mit größeren regionalen und städtischen Krankenhäusern entsprechende Versorgungsverträge abzuschließen. Die zunehmende Bedeutung der Märkte China und Indien mit Steigerungsraten bei den Dialysepatientenzahlen von deutlich mehr als 10% pro Jahr sollte unser Wachstum in der Region insgesamt beschleunigen.

Geschäftliche Entwicklung von Fresenius Medical Care 2013

Währungskursrelationen

Die Prognosen von Fresenius Medical Care zum Geschäftsverlauf im Jahr 2013 basieren auf den Währungsrelationen zu Beginn des Berichtsjahres. Wie im Abschnitt „Gesamtwirtschaftliches Umfeld“ dargelegt, ist die Währungsrelation des US-Dollar zum Euro für Fresenius Medical Care von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus berücksichtigt Fresenius Medical Care in seinen Prognosen auch weitere – speziell für die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften – relevante Wechselkurse, etwa des taiwanesischen Dollar zum US-Dollar oder des chinesischen Yuan zum Euro. Volatile Wechselkurse beeinflussen sowohl die Prognose der Ergebnisse, die die Tochtergesellschaften erzielen, als auch die Umrechnung dieser Ergebnisse in US-Dollar.

Umsatz

Im laufenden Geschäftsjahr wollen wir unseren Umsatz weiter deutlich erhöhen: Im Vergleich zum Jahr 2012 soll er um mehr als 6% auf über 14,6 MRD US$ steigen. Die positive Geschäftsentwicklung wollen wir auch in den folgenden Jahren fortsetzen.

Konzernergebnis

Im Geschäftsjahr 2013 wollen wir ein Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt) von 1,1 bis 1,2 MRD US$ erzielen. Das Konzernergebnis soll 2013 im Vergleich zu dem um den sonstigen Beteiligungsertrag bereinigten Konzernergebnis im Jahr 2012 um 5 bis 15% ansteigen. Das operative Ergebnis soll im Geschäftsjahr 2013 zwischen 2,3 und 2,5 MRD US$ liegen, was einen Anstieg von 4 bis 13% bedeuten würde.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieses Geschäftsberichts erwarten wir keine Einmaleffekte, die einen wesentlichen Einfluss auf das Konzernergebnis im Jahr 2013 haben könnten.

Ergebnis je Aktie

Für das Geschäftsjahr 2013 gehen wir parallel zur erwarteten Entwicklung des Konzernergebnisses von einem Wachstum des Ergebnisses je Aktie aus.

Dividende

Fresenius Medical Care beabsichtigt, seine ergebnisorientierte Dividendenpolitik fortzusetzen. Auf der Hauptversammlung am 16. Mai 2013 wird der Vorstand den Aktionären eine Dividendenerhöhung um 9% auf 0,75€ pro Stammaktie vorschlagen. Vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung auf der Hauptversammlung können die Aktionäre daher im 16. Jahr in Folge seit der Gründung von Fresenius Medical Care im Jahr 1996 mit einer Erhöhung der Dividende rechnen. In den folgenden Jahren möchten wir die Dividendenentwicklung noch enger am Wachstum des Ergebnisses je Aktie ausrichten. Informationen zur vorgeschlagenen Dividendenerhöhung finden Sie im Abschnitt „Kontinuierliche Dividendenentwicklung“.

Investitionen und Akquisitionen

Wir streben an, für Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen im Geschäftsjahr 2013 absolut etwa 1 MRD US$ oder circa 7% des Umsatzes aufzuwenden. Davon sollten im Geschäftsjahr 2013 etwa 0,7 MRD US$ beziehungsweise 5% des Umsatzes auf Investitionen entfallen. Rund 50% dieses Betrags ist für Erweiterungsinvestitionen vorgesehen. Etwa 0,3 MRD US$ beziehungsweise 2% des Umsatzes sollen für Akquisitionen und Beteiligungen verwendet werden.

Die Investitionen in Sachanlagen sollen außer für die ständige Modernisierung unserer Dialysekliniken und Produktionsanlagen insbesondere für die Eröffnung neuer Dialysekliniken, die Erweiterung der weltweiten Produktionskapazitäten und für Dialysemaschinen im Rahmen langfristiger Lieferverträge verwendet werden. Weitere Investitionen dienen der Rationalisierung der Produktion und der verbesserten Systemunterstützung interner Abläufe. Darüber hinaus beabsichtigt der Konzern, weiter gezielt – auch durch den Erwerb von Beteiligungen – zu akquirieren, um das weltweite Geschäft zu stärken.

Cash Flow

Der operative Cash Flow soll auch im Geschäftsjahr 2013 ein Niveau von mehr als 10% des Umsatzes erreichen. Ein weiterhin zielorientiertes Management des Umlaufvermögens soll die Erreichung der Cash Flow Ziele sicherstellen. Bei einem prognostizierten Umsatz von mehr als 14,6 MRD US$ würde der operative Cash Flow im Geschäftsjahr 2013 bei etwa 1,5 MRD US$ liegen.

Debt-EBITDA-Verhältnis

Fresenius Medical Care orientiert sich in seiner langfristigen Finanzplanung am Verhältnis der Finanzverbindlichkeiten zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Debt-EBITDA-Verhältnis), das zum Ende des Jahres 2012 bei 2,83 lag. Für 2013 soll sich der avisierte Wert auf einem Niveau von 3,0 oder darunter bewegen.

Finanzierung

Die Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie von Fresenius Medical Care. Mit den nur teilweise genutzten Kreditlinien sowie dem Forderungsverkaufsprogramm verfügt Fresenius Medical Care über ausreichende finanzielle Ressourcen. Hierbei verfolgen wir einen Zielwert von zugesicherten und nicht genutzten Kreditfazilitäten von mindestens 300 bis 500 MIO US$. Unser Finanzierungsbedarf im Jahr 2013 besteht im Wesentlichen aus fällig werdenden Krediten in Höhe von 140 MIO US$. Diese Verbindlichkeiten werden genauso wie die Dividendenausschüttung in Höhe von etwa 300 MIO US$ im Mai 2013 aus den erwarteten Mittelzuflüssen und unseren bestehenden Kreditfazilitäten abgedeckt.

T. 2.12.4

Ziele 2013 und 2014

 
 
  Ergebnisse 2012 Ziele 2013 Ziele 2014
1Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt, bereinigt um einen sonstigen steuerfreien Beteiligungsertrag in Höhe von 140 MIO US$. 2Vorschlag zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 16. Mai 2013. 3Bezogen auf Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen zusammengenommen. 4Auf Pro-forma Basis inklusive Liberty Dialysis Holdings, Inc., nach Veräußerungen, die durch die US-amerikanische Kartellbehörde angeordnet wurden. 5Durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte.
Umsatz 13,80 MRD US$ >14,6 MRD US$ Steigerung 6 - 8% währungsbereinigt
Konzernergebnis 1,047 MRD US$1 1,1 bis 1,2 MRD US$ gemäß Umsatzwachstum
Dividende +9% je Stammaktie auf 0,75€2 ergebnisorientierte Dividendenpolitik ergebnisorientierte Dividendenpolitik
Investitionen, netto 666 MIO US$ ~700 MIO US$ ~7 - 9% vom Umsatz 3
Akquisitionen, netto 1,615 MRD US$ ~300 MIO US$ ~7 - 9% vom Umsatz3
Debt-EBITDA-Verhältnis 2,84 ≤ 3,0 ≤2,8
Mitarbeiter5 86.153 > 90.000 > 92.000
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 112 MIO US$ ~140 MIO US$ ~150 MIO US$
Produkteinführungen 5008 CorDiax weiterer Ausbau der Produkt-und Dienstleistungspalette weiterer Ausbau der Produkt-und Dienstleistungspalette

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Finanzlage“.

Rechtliche Unternehmensstruktur und Organisation

Die Konzernobergesellschaft von Fresenius Medical Care firmiert seit dem Geschäftsjahr 2006 in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Auf absehbare Zeit planen wir keine Änderung der Rechtsform. Wir beabsichtigen auch, unsere dezentrale Organisationsstruktur und die Gliederung in die drei operativen Segmente Nordamerika, International und Asien-Pazifik beizubehalten. Diese seit Jahren bewährte Struktur gewährleistet aus unserer Sicht die größtmögliche Flexibilität und Anpassung an die Anforderungen der jeweiligen Märkte.

Künftige Produkte und Dienstleistungen

Im laufenden Geschäftsjahr 2013 wollen wir etwa 140 MIO US$ für Forschung und Entwicklung aufwenden. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter (derzeit 530 durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) dürfte sich 2013 nicht wesentlich verändern.

Als vertikal integriertes Unternehmen wollen wir ein komplettes Portfolio hochwertiger Produkte und Dienstleistungen für die Behandlung des chronischen Nierenversagens anbieten, das sich flexibel an lokale Marktbedingungen und an die sich zum Teil dynamisch verändernden Gesundheitssysteme und Vergütungsstrukturen anpassen lässt.

Angesichts der wachsenden Herausforderung für Gesundheitssysteme, immer mehr Patienten umfassend, hochwertig und zugleich kosteneffizient zu versorgen, wollen wir dieses umfangreiche Portfolio zunehmend nutzen, um unseren Partnern im Gesundheitswesen ganzheitliche Konzepte zur Patientenversorgung anzubieten. Aufgrund unseres Geschäftsmodells und unserer langjährigen Erfahrung als Betreiber eines internationalen Kliniknetzes sind wir in einer besonders guten Position, solche Komplettlösungen aus einer Hand auf einem hohen Qualitätsniveau anzubieten; siehe dazu Abschnitt „Chancen“ im Risiko- und Chancenbericht.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der Forschung und Entwicklung werden entsprechend Innovationen sein, die zusätzliche Behandlungselemente in unsere Angebote integrieren oder diese Elemente noch besser aufeinander abstimmen – immer mit dem Ziel, Qualität, Sicherheit und Kosteneffizienz der Therapie gleichermaßen zu verbessern. Zum Beispiel werden wir an Vorrichtungen für unsere Hämodialysegeräte arbeiten, die die Handhabung des Blutschlauchsystems sowie seiner Anschlüsse auf wenige Arbeitsschritte reduzieren und dadurch das Klinikpersonal entlasten sollen. Auch die Integration der Dosierung und der Verabreichung bestimmter Medikamente in den Ablauf des Dialysegeräts wird uns weiter beschäftigen, ebenso wie neue Zusatzfunktionen zur Steigerung der Behandlungsqualität und -sicherheit.

Im Sinne einer zunehmend ganzheitlichen Patientenversorgung werden wir auch in der Software-Entwicklung für das klinische Qualitätsdatenmanagement weiter an integrierten Systemlösungen arbeiten. Diese sollen dazu beitragen, dass eine größere Datenmenge rascher und einfacher erfasst wird, die Qualität der Daten steigt und so auch die Behandlung kontinuierlich verbessert werden kann. Langfristig denkbar ist zum Beispiel, dass nicht nur die vollständige Historie der Hämodialyse-Therapie eines Patienten erfasst wird, sondern das Datenmanagement bereits ab den Vorstadien des chronischen Nierenversagens eingesetzt wird, um die Behandlung besser zu koordinieren und dadurch gegebenenfalls auch Vorsorgemaßnahmen gezielter anzuwenden. Auch eine gemeinsame Datenmanagementlösung für Peritoneal- und Hämodialyse-Patienten könnte zu einer besseren Abstimmung und damit Qualität der Therapie beitragen. Diese beiden Patientengruppen werden derzeit in der Regel in getrennten IT-Systemen erfasst, obwohl viele Peritonealdialyse-Patienten aufgrund der begrenzten Nutzbarkeit des menschlichen Bauchfells als Dialysemembran häufig nach einer gewissen Zeit zur Hämodialyse wechseln.

Weiterhin wird uns allgemein die Frage beschäftigen, wie wir neue wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse nutzen können, um die Lebensqualität einer wachsenden Zahl von Patienten mit chronischem Nierenversagen weiter zu verbessern – etwa durch Innovationen in den Heimtherapien. Die Sicherheit der Behandlung wird ein Schwerpunkt der kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen bleiben, und auch mit den Begleiterkrankungen des chronischen Nierenversagens werden wir uns weiter auseinandersetzen.

Darüber hinaus arbeiten wir weiter daran, das blutreinigende Verfahren der Dialyse für andere Krankheitsfelder nutzbar zu machen, etwa bei Erkrankungen der Leber, bei Sepsis oder bei bestimmten Autoimmun- und Stoffwechselleiden. Langfristig forschen wir auch an neuen Therapieansätzen für schwere Nieren- und Leberleiden auf der Grundlage der regenerativen Medizin. Dabei kooperieren wir mit international anerkannten wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten, die auf der Grundlage von adulten Leber- und Nierenstammzellen forschen.

Nicht zuletzt wollen wir verstärkt dazu beitragen, dass unsere Produkte und Dienstleistungen während ihres Lebenszyklus die Umwelt so wenig wie möglich belasten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Infolge der erwarteten Geschäftsausweitung rechnen wir im laufenden Geschäftsjahr 2013 mit steigenden Mitarbeiterzahlen in allen Regionen, insbesondere im Bereich der Dialysedienstleistungen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2013 werden voraussichtlich mehr als 90.000 Mitarbeiter (durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) bei Fresenius Medical Care tätig sein.

Künftige Verwendung neuer Technologien und Prozesse

Mit Hilfe des Geschäftsbereichs Global Manufacturing Operations (GMO) wollen wir unsere Regionen dabei unterstützen, ihren Patienten und Kunden auch in Zukunft höchste Produktqualität zum besten Preis zu liefern. Zugleich möchten wir unseren regional verantwortlichen Vorständen und ihren Teams ermöglichen, sich in ihrer Arbeit auf die Entwicklung und das Wachstum ihres Geschäfts mit Dialysedienstleistungen zu konzentrieren. Im Jahr 2013 wird ein Schwerpunkt von GMO sein, das weltweite Lieferantenportfolio weiter zu diversifizieren, um unsere Produktkosten zu senken sowie Währungs- und Versorgungsrisiken ausgleichen zu können.

Die weltweite Harmonisierung unserer Abläufe entlang der Fertigungskette wollen wir weiter vorantreiben, zum Beispiel indem wir die regionalen Produktionssysteme in den kommenden Jahren auf eine gemeinsame Informationstechnologie umstellen. Auch im Qualitätsmanagement werden wir einheitliche IT-Systeme einführen, etwa für die interne Dokumentation unserer Abläufe sowie für das Beschwerdemanagement.

Im laufenden Jahr wollen wir das Fresenius Operating System (FOSY) (siehe hierzu das Kapitel „Beschaffung und Produktion“) weiterentwickeln und die Umsetzung in allen Regionen vorantreiben. Mit der Managementphilosophie FOSY erhöhen wir die Qualität in der Produktion, senken die Kosten und verkürzen die Vorlaufzeiten. 2012 wurden alle operativen Einheiten und das Qualitätsmanagement von FOSY erfasst sein; die Bereiche GMO Finanzen und GMO Verwaltung werden 2013 folgen. Darüber hinaus werden wir daran arbeiten, Verbesserungsmaßnahmen regionenübergreifend zu standardisieren (Nutzung derselben Maßnahmen) bzw. zu harmonisieren (Nutzung ähnlicher Maßnahmen). Dadurch werden wir in der Lage sein, Best-Practice-Ansätze besser zu erkennen und unsere Stärken weltweit noch effektiver einzusetzen.

zurück